Lebendige Adventskalender

Evangelische Landeskirche Württemberg

Ein weihnachtlich geschmücktes und hell erleuchtetes Fenster zeigt den Besuchern, dass sie am richtigen Ort sind. Die Gastgeber erwarten die Männer, Frauen und Kinder bereits mit Gebäck und heißem Punsch. Doch zunächst werden Adventslieder gesungen, eine Geschichte  oder ein Gedicht gelesen und ein Gebet gesprochen – an jedem Tag im Advent vor einem anderen Haus. Wie in Hohengehren wird in immer mehr Orten ein „Lebendiger Adventskalender“ organisiert – in Stadtteilen von Esslingen ebenso wie unter anderem in Aichwald, Altbach, Deizisau, Lichtenwald und Plochingen. 

Meist gegen 18 Uhr versammeln sich die Menschen im Freien vor einem Fenster oder einer Tür, die wie beim herkömmlichen Adventskalender mit der entsprechenden Zahl gekennzeichnet ist.  Organisiert wird der „Lebendige Adventskalender“, der in anderen Gemeinden auch „Adventsfenster“, „Begegnung im Advent“ oder „Ein Ort im Advent“ heißt, überwiegend von Ehrenamtlichen. Teilweise sind es die evangelischen Kirchengemeinden, die dazu einladen, an anderen Orten wird er auch ökumenisch oder aus Bürgergruppen heraus auf die Beine gestellt. Beteiligt sind nicht nur Einzelpersonen oder Familien, sondern auch Gruppen wie z. B. Jungbläser, Mutter-Kind-Gruppen, Hauskreise oder Kindergartengruppen.

Ziel des „Lebendigen Adventskalenders“ ist es, Momente der Ruhe und Besinnlichkeit zu schaffen. „Zu Gast zu sein bei Menschen, die einem manchmal unbekannt sind, das ermöglicht nicht nur Begegnung. Es soll dadurch auch ein Gemeinschaftsgefühl am Ort entstehen“, sagt der Hohengehrener Pfarrer Christoph Reusch. Das Angebot richtet sich vor allem an Familien mit kleinen Kindern, willkommen sind aber alle, die im Advent gerne einen besonderen Akzent setzen und sich so innerlich auf Weihnachten  vorbereiten wollen. Die Zahl der Besucher schwankt zwischen 15 und 50.

Die Gastgeber sind frei in der Gestaltung der etwa 15-minütigen kleinen Feier. Das Liedblatt in Hohengehren bietet als Vorschlag eine Auswahl aus verschiedenen Adventsliedern wie „ Macht hoch die Tür“, „Alle Jahre wieder“, „Wir sagen euch an den lieben Advent“, „Stern über Bethlehem“, „Freu dich, Erd und Sternenzelt“, und anderen weihnachtlichen Weisen. Auch was sie im Anschluss den Gästen servieren, bleibt den Gastgebern selbst überlassen. „Wichtiger ist, dass die Menschen zur Ruhe kommen und sich begegnen“, sagt Pfarrer Reusch. Manche Gastgeber haben so viel Freude am „Lebendigen Adventskalender“, dass sie in jedem Jahr wieder ihre Häuser zum Adventskalender-Türchen machen.

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