Vesperkirche Stuttgart öffnet im Januar zum 18. Mal ihre Pforten

Evangelische Landeskirche Württemberg

Am 15. Januar 2012 startet in der Stuttgarter Leonhardskirche wieder die Vesperkirche. Sieben Wochen lang, bis zum 3. März, finden hier zwischen 550 und 800 Menschen pro Tag ein Mittagessen, Gesellschaft, Rat und Hilfe.

Mit 240.000 Euro Spenden jährlich und 560 ehrenamtlichen Helfern ist die Vesperkirche eine Erfolgsgeschichte. "Andererseits ist die Vesperkirche ein Indikator für eine äußerst traurige Geschichte", sagt Hans-Peter Ehrlich, der Stadtdekan der evangelischen Kirche Stuttgart. Während nämlich auf der einen Seite die Wirtschaft boome, gebe es gleichzeitig eine Gruppe von Menschen am Rand der Gesellschaft, an denen dieser Aufschwung vorbeirausche. Für viele der Hartz IV-Empfänger gebe es selbst in Zeiten steigender Beschäftigung keinen Weg aus der Armut, fügt Diakoniepfarrerin Karin Ott an. 62 Prozent der Hartz IV-Empfänger sind bereits zwei Jahre oder länger auf die Unterstützung  angewiesen.  
Neben medizinischer Versorgung, Friseurangebot und Kulturreihe am Sonntag wird es dieses Mal neu im Programm Lesungen am Nachmittag von Stuttgarter Autoren geben. Adrian Zielcke macht am 9. Februar um 15 Uhr den Anfang. Es folgen Elisabeth Kabatek und Nilgün Tasman. Die Vesperkirche soll nicht nur den Armen, sondern allen eine Chance bieten. "Sie soll uns wachrütteln, damit wir uns nicht daran gewöhnen, wie Menschen aus der gesellschaftlichen Teilhabe gedrängt werden", sagt Stadtdekan Ehrlich.
Die Stuttgarter Vesperkirche wurde 1995 gegründet. Nach ihrem Vorbild gibt es inzwischen 25 Vesperkirchen in Baden-Württemberg. 

http://Weitere Informationen zur Vesperkirche – auch in anderen Gemeinden…

 

 

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