Gastfreundschaft auf dem letzten Weg

Evangelische Landeskirche Württemberg

Rund 1,85 Millionen Euro kosten Bau und Einrichtung des ersten stationären Hospizes im Landkreis Esslingen. Die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Esslingen stellt zusätzlich das Grundstück und das ehemalige Pfarrhaus gegenüber der Martinskirche in Oberesslingen zur Verfügung. Es soll durch einen Anbau erweitert werden, damit insgesamt acht Einzelzimmer für Gäste sowie die nötigen Nebenräume Platz finden. Angeboten werden eine Tag- und Nachtbetreuung sowie Palliativversorgung. Außerdem wird der ambulante Hospizdienst der Arbeitsgemeinschaft Hospiz dort einziehen.

 

Baubeginn 2012

 

Mit dem Bau soll in der ersten Hälfte des kommenden Jahres begonnen werden. 2013 soll die Eröffnung des Hauses sein, erklärte Projektleiter Horst-Peter Enge vor der Bezirkssynode. Zehn Arbeitsplätze im Pflegebereich sollen dort entstehen. Außerdem wird es eine seelsorgerliche Begleitung geben.

„Es ist uns wichtig, Menschen im Sterben nicht allein zu lassen und Gastfreund-schaft auf dem letzten Weg zu üben“, sagt Pfarrerin Annegret Zeyher, Vorsitzende der AG Hospiz. Das stationäre Hospiz soll jedoch keinesfalls die ambulante Hospizarbeit ersetzen. „Die häusliche Betreuung hat Priorität“, betonte Enge.


Stifter übernehmen dauerhaft Verantwortung

 

Auf Dauer soll aus den Erträgen der Evangelischen Hospizstiftung, die 2009 gegründet wurde, der laufende Betrieb finanziert werden. „Damit knüpfen wir an die lange Tradition der Stifter in Esslingen an, die für die Allgemeinheit dauerhaft Verantwortung übernehmen“, erklärte der evangelische Citypfarrer Peter Schaal-Ahlers.

Zudem müssen der Bau und die Einrichtung des Hauses finanziert werden. Auch hierfür ist die Evangelische Gesamtkirchengemeinde auf Spenden angewiesen. „Wir erleben viel Zuspruch und Unterstützung“, ist Dekan Bernd Weißenborn zuversichtlich, dass Bau und Betrieb des Hospizes finanziert werden können.

Angebot für gesamten Landkreis

 

Das Hospizhaus soll ein Angebot für alle Menschen im Landkreis Esslingen sein – unabhängig von Konfession oder Religion, betonte der Dekan. Dass der Bedarf an einem stationären Hospiz besteht, bestätigt auch das Klinikum Esslingen. Dort rechnet man mit rund 20 Personen, die jährlich einen Hospizplatz in Anspruch nehmen könnten. Deshalb müsse das Projekt ein Anliegen des gesamten Landkreises sein, ist Weißenborn überzeugt.

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