Baumaßnahmen für eine einladende Kirche

Evangelische Landeskirche Württemberg

Er hat ein Volumen von 61,8 Millionen Euro. Größter Einzelposten ist mit 23 Millionen Euro der Neubau des Hospitalhofs.  Etliche Baumaßnahmen sollen dazu beitragen, dass die evangelische Kirche in Zukunft noch einladendere Räume bietet. Beispiel Hospitalhof: Er wird bis 2014 zu einem attraktiven und modernen kirchlichen Bildungs- und Begegnungszentrum umgebaut. Neben den Baufinanzen sind 34 Millionen Euro für die laufenden Ausgaben, also die konkrete Arbeit in Gemeinden und Einrichtungen im Bereich der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart, bestimmt. Zur Gesamtkirchengemeinde gehören 22 Kirchengemeinden mit insgesamt rund 54.000 Mitgliedern zwischen Killesberg und Weinsteige, Botnang und Gaisburg.

 

Angebot an die Stadt: 400 zusätzliche Kindergartenplätze – wenn die Benachteiligung kirchlicher Kindergärten bei der Förderung beendet wird

 

Knapp die Hälfte der laufenden Ausgaben – überwiegend Personalkosten – kommt der Arbeit in Kindergärten und Waldheimen zugute. Die Evangelische Kirche in Stuttgart bietet insgesamt rund 5.500 Kindergartenplätze an. Etwa 400 zusätzliche Plätze seien in Stuttgarts evangelischen Kindergärten vorstellbar, sagte Kirchenpfleger Hermann Beck in seiner Haushaltsrede. Somit könnte die Landeshauptstadt besser ihrer zukünftigen Verpflichtung nachkommen, Betreuungsplätze für unter dreijährige Kinder anzubieten.

 

Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Stadt die kirchlichen Kindergärten endlich vergleichbar fördere wie die Einrichtungen anderer freien Träger. Die neuen städtischen Förderrichtlinien für Kindertageseinrichtungen werden zur Zeit im Rahmen des städtischen Doppelhaushaltes diskutiert. Derzeit sehe es so aus, als ob kirchliche Kindergärten weiterhin schlechter gefördert werden sollen, nämlich nur mit 85 Prozent der Kosten. Andere freie Träger sollen dagegen nach derzeitigem Diskussionsstand der städtischen Gremien 90 Prozent erhalten. "Das ist nicht akzeptabel. Das sagt übrigens auch ein von uns eingeholtes Rechtgutachten", sagte Beck.

 

"Wir werden hoffentlich als Kirche noch einladender und attraktiver"


Im Blick auf ihren Gebäudebestand profitiert die Gesamtkirchengemeinde von der Grundentscheidung aus dem Jahr 2005. Damals wurde eine Immoblienliste angelegt. Mit dieser wurde verabredet, welche Gebäude langfristig gehalten werden und welche im Jahr 2030 voraussichtlich verzichtbar sind. Ziel sei es, "dass wir die Gebäude, die wir brauchen, auf Dauer in einen guten Zustand setzen. Plakativ ausgedrückt: Weniger Gebäude mit guter Substanz, statt viele verlotterte Gebäude", erklärte Kirchenpfleger Beck. Entsprechend versteht er die Immobilienkonzeption nicht nur als eine Reduzierung des Gebäudebestandes. Beck: "Wir schaffen Neues und werden hoffentlich als Kirche noch einladender und attraktiver – nicht in erster Linie wegen der Gebäude, sondern vor allem wegen der Arbeit und der Inhalte, die in den Gebäuden stattfinden."

Am 6. November wurde die aufwändig renovierte Matthäuskirche in Heslach mit einem Festtag wieder eröffnet. Derzeit gibt es Baumaßnahmen im Bereich der Johanneskirchengemeinde am Feuersee. Das alte Gemeindehaus wurde verkauft, neue, attraktive Gemeinderäume ins Pfarrhaus bei der Kirche eingebaut. Die Rosenbergkirche (S-West) wird zum Gemeindezentrum umgebaut, auch bei der Lukaskirche (S-Ost) wird das Gemeindehaus verkauft, die Gemeinderäume wandern in einen Neubau bei der Kirche. Weitere Veränderungen sind in Gablenberg, in Botnang, in der Christuskirchengemeinde (S-Ost) und bei der Christophkirche beim Killesberg geplant. Durch energetische Sanierungen an verschiedenen kirchlichen Gebäuden konnten die Energiekosten in den letzten drei Jahren von über einer Million auf aktuell rund 800.000 Euro jährlich reduziert werden – und dies trotz allgemeiner steigender Energiekosten.

Der Gesamtkirchengemeinderat hat außerdem beschlossen, die sechsmonatige Wiederbesetzungssperre bei Personalwechsel abzuschaffen. Schon bisher habe durch zahlreiche Ausnahmeregelungen die Wiederbesetzungssperre nur selten gegriffen und nur zu minimalen Einsparungen geführt.

Zur Gesamtkirchengemeinde Stuttgart gehören 22 Kirchengemeinden zwischen Botnang und Gaisburg, Killesberg und Weinsteige mit insgesamt rund 54.000 evangelischen Gemeindegliedern. Vorsitzende des Gesamtkirchengemeinderates sind Stadtdekan Hans-Peter Ehrlich und der gewählte Vorsitzende, Dr. Traugott Hahn. Die Gesamtkirchengemeinde Stuttgart gehört zum Evangelischen Kirchenkreis Stuttgart, der die Evangelische Kirche mit ihren 72 Kirchengemeinden auf dem gesamten Gebiet der Landeshauptstadt repräsentiert.

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