Ein „Weltstar“ präsentiert seine Werke in der Provinz

Evangelische Landeskirche Württemberg

Mit Rosa Loy ist Prof. Frieder Gadesmann wahrlich ein großer künstlerischer „Fang“ gelungen – zählt die Leipzigerin doch zu den bedeutendsten deutschen Künstlerinnen der Gegenwart. Dass der Initiator der Ausstellungsreihe „Im Spiegel der Bilder“, die der Kunstkreises Aichwald e.V. nun im achten Jahr im Evangelischen Gemeindehaus im Ortsteil Aichschieß organisiert, den „Weltstar“ zur Präsentation in der Provinz bewegen konnte, liegt nicht nur an den guten Kontakten des Kunstsammlers, den immer auch die Künstler hinter den Werken interessieren. Die Ausstellungen in Aichwald sind längst weit über Baden-Württemberg hinaus bekannt und ziehen an jeweils nur zwei Wochenenden durchweg zwischen 3000 und 5000 Besucher an.

 

Alfred Pohl, Paul Flora und Markus Lüpertz sind nur einige der großen Namen, die Gadesmann auf den Schurwald geholt hat. Bei Loy habe es nicht viel Überredungskunst gebraucht, erzählt Gadesmann. Zudem wird mit Rosa Loys Ehemann Neo Rauch ein weiterer weltweit bekannter Künstler die Laudatio bei der Vernissage am kommenden Freitag halten.

"Blätterrauschen"

 

Rosa Loy werde der dritten Generation der sogenannten Leipziger Schule zugerechnet, erklärt der emeritierte Theologieprofessor. Ihre Bilder, die fast nur Frauen darstellen, hätten alle ein geheimnisvolles, traumhaftes und surrealistisches Element. „Blätterrauschen“ ist die Ausstellung überschrieben. Die rund 60 Originale – Aquarelle, Lithografien, Linolschnitte und Radierungen – sind fast alle verkäuflich.

„Kunst macht Dinge sichtbar, die wir vielleicht sonst nur spüren“, begrüßt auch Dekan Bernd Weißenborn, dass sich kirchliche Räume der Kunst öffnen. Er würdigt besonders das ehrenamtliche Engagement, ohne das die Ausstellungen nicht realisiert werden könnten. 60 bis 80 Ehrenamtliche stemmen die Organisation vom Auf- und Abbau, über die Sicherung der Bilder, den Verkauf bis hin zur Bewirtung der Gäste. Das stärke die Identifikation der Bürger mit ihrer Gemeinde und ihrer Kirchengemeinde, sind sich Aichwalds Bürgermeister Nicolas Fink und Pfarrer Konrad Mohl einig. „Die Menschen erleben die Kirche als weltoffen. Sie sehen, dass sie mit ihren Fähigkeiten mithelfen können, Gemeinde zu bauen“, so Mohl.

Ausstellung unterstützt Gemeindehaus-Renovierung

 

War die erste Ausstellung 2004 als einmalige Sache zur finanziellen Unterstützung des Gemeindehaus-Neubaus gedacht, hat der Kunstkreis inzwischen zahlreiche kirchliche und soziale Projekte mit dem Erlös der Ausstellungen unterstützt. In diesem Jahr soll er der Renovierung des Aichelberger Gemeindehauses zu Gute kommen.

Die Schönheit grafischer Kunst

 

Doch Gadesmann und seinem Team geht es vor allem um Bildung: „Wir wollen dazu beitragen, dass Menschen erkennen, wie schön die grafische Kunst ist.“ Gleichzeitig wolle man einen Kulturbeitrag für den ländlichen Raum leisten. Dazu dient auch der Schülerwettbewerb, der seit sechs Jahren die Ausstellungen begleitet. Schülerinnen und Schüler setzen sich mit dem jeweiligen Künstler und seinem Werk auseinander. Die Sieger erhalten nicht nur von den Künstlern gestiftete Preise, sondern dürfen ihre Werke gemeinsam mit ihnen präsentieren. „Da sieht man, wie Inspiration und auch Selbstbewusstsein entsteht“, freut sich Bürgermeister Nicolas Fink. „Es macht uns aber auch stolz, dass wir durch die Ausstellungen als kleine Gemeinde quasi in der Championsleague der großen Kunst mitspielen.“

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in einer gezählten Auflage von 100 Exemplaren. Die Normalausgabe kostet 50 Euro. In der Vorzugsausgabe für 160 Euro ist eine signierte Originallithographie eingelegt.

Vernissage am 11. November

 

Die Vernissage, bei der Rosa Loy anwesend sein wird, findet am Freitag, 11. November, um 18 Uhr in der Evangelischen Kirche in Aichwald-Aichschieß statt. Neben Laudator Neo Rauch wird auch der evangelische Landesbischof Frank Otfried July ein Grußwort sprechen. Musikalisch umrahmt wird der Abend von Cornelius Hauptmann, der Lieder von Schumann singt und von Götz Payer am Flügel begleitet wird. Wegen des erwarteten Andrangs hat die Gemeinde die Turnhalle zur Verfügung gestellt, in die die Vernissage übertragen wird.

 

Am 12., 13., 19. und 20. November ist die Ausstellung im Evangelischen Gemeindehaus, Alte Dorfstraße 38, jeweils von 10.30 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Führungen gibt es jeweils um 11 Uhr und um 16 Uhr durch Frieder Gadesmann.

 

http://Faltblatt zur Ausstellung

 

http://www.kunstkreis-aichwald.de

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