Minister Schäuble, wie wär’s?

Koch meint…

Auch heute Morgen bin ich ihr wieder begegnet: der Frau mit Hund. Wobei die Frau dieser Tage ein ziemlich schrilles Outfit trägt. Jedenfalls passt die grellgelbe Jacke überhaupt nicht zu ihr und lässt sie aussehen wie jemand von der Müllabfuhr. Was bittschön nicht falsch zu verstehen ist. Zumal die Frau ihren Lebensunterhalt tatsächlich mit Müll bestreitet. Dazu nämlich ist sie unterwegs: um in aller Herrgottsfrühe die Papierkörbe nach Pfandflaschen zu durchstöbern. Nur selten landet ein wertvoller Fund in dem mitgeführten Wägelchen. Die Frau aber scheint das nicht zu stören. Ein nächster Abfallbehälter wartet und mit ihm die Hoffnung auf ein paar wenige Cent. Der Hund trottet nebenher. Bei Wind und Wetter, sieben Tage die Woche.

Apropos Abfallbehälter: In einer so genannten „Bad Bank“ hat Wolfgang Schäuble gerade eben 55,5 Milliarden Euro gefunden. „Buchungsfehler“, hört man sagen. Natürlich freut den Bundesfinanzminister das unverhoffte Geldgeschenk. Mein Vertrauen in die Banken aber ist nahezu futsch.

Und ich bringe auch die beiden Bilder nicht zusammen: die Frau mit Hund hier und die Bankenbosse da. Weil nichts zusammenzubringen ist, wo die einen sich ihr tägliches Brot centweise aus dem Müll zusammenklauben müssen und die anderen Dutzende von Milliarden einfach so „verlieren“ dürfen. Ich weiß nur, wer mir lieber ist: die Frau. Deren grellgelbe Jacke zwar irgendwie daneben ist, die aber auf ihre Art ehrliche „Arbeit“ leistet. Was man von den Nieten in Nadelstreifen nicht sagen kann. Und die es darum verdient hätten, wenigstens das von ihren „Peanuts“ abzugeben, was jemand wie die Frau mit Hund und alle, denen es ähnlich geht, zum Leben brauchen. Minister Schäuble, wie wär’s? Besagte „Bad Bank“ gehört schließlich Ihnen. Und die 55,5 Milliarden Euro ebenfalls.

Das meint Koch. Und was meinen Sie?


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