Ermutigende Perspektiven in der evangelischen Kirche

Evangelische Landeskirche Württemberg

Die evangelische Kirche erlebt bewegte Zeiten: Wegen der demografischen Entwicklung geht die Zahl evangelischer Christen ebenso zurück wie das Kirchensteueraufkommen. Weil weniger Menschen Theologie studieren, wird es künftig auch weniger Pfarrer geben. Dass diese Entwicklungen noch lange kein Grund zur Resignation sind und  wie man darauf reagieren kann, darüber sprachen rund 80 Kirchengemeinderätinnen und Kirchengemeinderäte aus den vier evangelischen Kirchenbezirken im Landkreis Esslingen im Evangelischen Gemeindehaus am Blarerplatz in Esslingen. Prälat Ulrich Mack hatte zu diesem Treffen eingeladen, um den Kirchengemeinderäten Einblicke in die gegenwärtige Situation der Kirche zu geben und von Ihnen zu erfahren, wo sie der Schuh drückt.

"Wie Glauben geht"

„Wir lassen den Kopf nicht hängen“, betonte der Regionalbischof. Es gebe viele ermutigende Perspektiven. In der Evangelischen Landeskirche seien etliche Projekte gestartet worden, die nach vorne blicken ließen: Dazu gehören das Jahr des Gottesdienstes 2012 oder Glaubens- und Bibelkurse, bei denen Menschen den christlichen Glauben kennenlernen können. „Damit haben Gemeinden gute Erfahrungen gemacht“, sagt Mack. Solche Angebote kämen auch Menschen entgegen, die im Glauben unsicher seien, weil sie nicht mehr wüssten „wie Glauben geht“. Aber auch über Großereignisse wie den Stuttgarter Kirchentag 2015 oder das Reformationsjubiläum 2017 informierten der Prälat und seine Mitarbeiter.

Ordentliche Rücklagensituation

Trotz rückläufiger Einnahmen beruhigte Thomas Wall von der Kirchenverwaltung: Die Rücklagensituation sei ordentlich und wenn sich die Dinge „normal“ entwickelten, brenne mindestens bis 2015 in der Kirche finanziell nichts an. Bis zum Jahr 2030 werde es voraussichtlich allerdings statt 1800 nur noch 1100 Pfarrstellen geben, erklärte Pfarrer Carsten Kraume vom Oberkirchenrat. Das erfordert von den Kirchengemeinden Strukturveränderungen, betonte Pfarrerin Gisela Dehlinger. Gemeinden müssten enger kooperieren. Nicht jede werde künftig alles anbieten können, weswegen sich die Gemeinden frühzeitig und ohne Zeitdruck auf Kooperationen einstellen sollten. Zudem müssten sich die Kirchengemeinden klar werden, welche Gebäude sie erhalten können. Gemeindehäuser, Pfarrhäuser, aber  auch einige Kirchengebäude stünden auf dem Prüfstands, so Mack. Immobilienkonzepte seien hier hilfreich. Bereits seit 2005 gibt es in der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Esslingen ein solches Immobilienkonzept.

Herausforderungen der Zukunft

Prälat Mack benannte aber auch die Herausforderungen der Zukunft: Dazu gehören unter anderem die Individualisierung auch des Glaubens und der Verlust an Traditionen, wie auch die gewachsene Vielfalt der Angebote, denen sich die Kirche stellen muss.

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