Heiter und gelassen in die Zukunft

Evangelische Landeskirche Württemberg

Die Kirche sei in der heutigen pluralen Gesellschaft nicht mehr die einzige, die den Menschen Werte vermittle – und doch könne die Kirche dem ganz unverkrampft begegnen. Das sagte der Gastredner Prof. Dr. Christoph Markschies beim Tag der württembergischen Pfarrerinnen und Pfarrer in Fellbach. Wenn der Professor der Berliner Humboldt-Universität davon spricht, dass die evangelische Kirche zu Beginn des 3. Jahrtausends aus theologischen Gründen heiter sein könne, dann sagt er dies eloquent, theologisch fundiert  – und heiter. Über 600 Pfarrerinnen und Pfarrer hatten am 17. Oktober Gelegenheit, dem ehemals württembergischen Kollegen zuzuhören. Der rasante Wandel in der Gesellschaft stellt Theologie, Kirche und Pfarramt vor neue Herausforderungen. Die Suche nach theologisch verantwortetem Tun angesichts komplexer Entwicklungen prägt den Alltag der Pfarrerinnen und Pfarrer in Gemeinde, Schule, Seelsorge und sonstigen Diensten der Kirche. "Pluralismus gehört zu den Grundmerkmalen unserer Theologie", sagte dazu der Gastredner. Denn schon die vier Evangelien folgten ganz unterschiedlichen theologischen Ansätzen. Auch dass die Gesellschaft immer individualistischer werde, sei nichts, was der evangelischen Kirche von ihrem Kern aus fremd sei. Gerade der Protestantismus verstehe zu differenzieren und könne so unterscheiden zwischen legitimer Individualisierung und notwendiger Gemeinschaft, zwischen Freiheit und der Bindung an den Mitmenschen. Dennoch seien die Privilegien der Kirchen, wie der Sitz im Rundfunkrat oder die gegenwärtige Hochschullandschaft, künftig nicht mehr selbstverständlich. Die Kirche müsse deshalb hart daran arbeiten, sie zu wahren. Außerdem machte Markschies Mut: Weltweit gebe es viele spannende Modelle von Kirche – "und wir könnten schauen, was in der großen Welt für uns nutzbar ist".

Info zum Veranstalter:
Der Pfarrverein versteht sich als berufsständische Vertretung der württembergischen Pfarrerschaft  – über 95 Prozent der knapp 4.000 evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer sind Mitglied im Pfarrverein. In diesem Jahr blickt der Verein auf eine 120jährige Geschichte zurück.  

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