Stuttgart bekommt ein Kinderhospiz

Evangelische Landeskirche Württemberg

Der Förderverein Hospiz Stuttgart hat die Villa Wittmann oberhalb des Stuttgarter Eugensplatzes erworben. Hier sollen künftig das Erwachsenenhospiz und die Elisabeth-Kübler-Ross-Akademie untergebracht sein, das bisherige Hospiz-Haus in der Stafflenbergstraße 22 wird zum Kinderhospiz. 

Das Institut Français, das bislang in der 1923 erbauten, großzügigen Villa residiert, zieht bis spätestens Ende 2012 aus. Martin Klumpp, ehemaliger Stuttgarter Prälat und Vorsitzender des Fördervereins Hospiz Stuttgart, geht davon aus, dass die Umbauarbeiten im Lauf des Jahres 2013 abgeschlossen sind. Er rechnet mit Umbaukosten von zwei bis drei Millionen Euro.

Dass beide Hospizstandorte nur wenige hundert Meter voneinander entfernt sind und dass beides stadtnah, aber ruhig gelegene, stilvolle Altbauten mit parkartigen Gärten und hellen Räumen sind, ist in Klumpps Augen "ideal". "Ich bin dem Förderverein Hospiz dankbar, wir von der Arbeitsgemeinschaft Hospiz hätten diesen Immobilienerwerb nicht allein stemmen können", sagte der Arbeitsgemeinschaft-Vorsitzende, der evangelische Stadtdekan von Stuttgart Hans-Peter Ehrlich, bei der Vorstellung der Pläne. Das neue Haus wird Klumpp zufolge an eine noch zu gründende Stiftung übertragen und dann vom Hospiz genutzt. Zur Arbeitsgemeinschaft gehören der Evangelische Kirchenkreis Stuttgart, die Evangelische Gesellschaft (eva), die Johanniter-Unfallhilfe und die Kommende der Johanniter sowie die Diakonie Stetten.

In der Region Stuttgart leben rund 750 Familien mit einem todkranken Kind. Doch das nächste stationäre Kinderhospiz liegt rund 150 Kilometer entfernt im Allgäu. Das neue Angebot in Stuttgart soll diese Lücke schließen. Schon seit sieben Jahren begleitet das Hospiz Stuttgart sterbenskranke Kinder und Jugendliche sowie ihre Familien. Dies allerdings ambulant, in Gruppen und Seminaren. Im neuen stationären Kinderhospiz sollen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die an einer tödlichen Erkrankung leiden, bis zu vier Wochen jährlich verbringen können. Sterbende werden unbefristet aufgenommen.

Mehr noch als das Erwachsenenhospiz ist das Kinderhospiz auf Spenden angewiesen. Die Finanzierung durch Kranken- und Pflegekassen reicht nicht, um die personalintensive Arbeit zu finanzieren. Der Förderverein Hospiz hat ein Sonderkonto Kinderhospiz eingerichtet. Es hat die Kontonummer 2 071 020 bei der BW-Bank (BLZ 600 501 01).

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