Dienstleisterin für Erzieherinnen und Kindergartenträger

Evangelische Landeskirche Württemberg

Wenn man die Kindergartenarbeit ausbauen und weiterentwickeln will, dann braucht es fachliche Begleitung. Dies war vor 30 Jahren der Anstoß, die Kindergartenfachberatung ins Leben zu rufen. Der Kirchenbezirk Esslingen war einer der ersten in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, die eine solche Stelle schufen, weiß Susanne Schock.

 

Die Diplomsozialpädagogin berät und begleitet die Erzieherinnen der evangelischen Kindertageseinrichtungen bei pädagogischen Grundsatzthemen, in Leitungsfragen, bei Konflikten oder in der Zusammenarbeit mit Eltern oder Trägern. Außerdem organisiert sie jedes Jahr ein umfangreiches Fortbildungsprogramm für Erzieherinnen. Kindergartenträger, in der Regel die evangelischen Kirchengemeinden, berät sie etwa beim Bau, der Umstrukturierung oder Weiterentwicklung von Kindertageseinrichtungen.

Fachberaterin kommt aus der Praxis

 

„Ich verstehe mich als Servicestelle“, sagt Susanne Schock. Weil sie keine Dienst- und Fachaufsicht habe und damit nicht Vorgesetzte sei, „können sich Erzieherinnen vertrauensvoll an mich wenden und beraten lassen.“ Ihre Arbeit geschehe häufig im Verborgenen, erklärt Susanne Schock. Bei Konflikten könne sie alle Seiten beraten, mit dem Ziel, wenn möglich dann alle an einen Tisch zu holen. Wenn es besonders schwierig wird, hospitiert sie auch mal in einem Kindergarten, um sich die Probleme vor Ort anzuschauen. „Meine Chance ist, dass ich von außen auf die Situation schaue“, sagt sie. Zugleich ist es von Vorteil, dass die Fachberaterin aus der Praxis kommt. Die heute 55-Jährige war als gelernte Erzieherin selbst einige Jahre im Kindergarten tätig.

Das kirchliche Profil der von der evangelischen Kirche getragenen Kinderbetreuungseinrichtungen ist ihr wichtig: „Wir wollen einladen und nicht ausgrenzen“, umschreibt sie ihr Anliegen, das christliche Menschenbild zur Basis der Kindergartenarbeit zu machen. „Wir möchten Kindern Werte vermitteln. Sie erleben in unseren Einrichtungen christliche Rituale, Lieder, Gebete und biblische Geschichten.“ Deshalb ist die religionspädagogische Beratung und die Begleitung auch in der interreligiösen Bildung ein wichtiger Teil ihrer Arbeit.

Höhere Anforderungen und Ansprüche

 

Heute sind die Arbeitsfelder im Kindergarten viel komplexer als vor 20 oder 30 Jahren: „Die Bildung und die konkrete Vorbereitung der Kinder aufs Leben steht stärker im Mittelpunkt, das fordert viel von den Erzieherinnen“, hat Susanne Schock beobachtet. Sie plädiert für „eine ganzheitliche statt rein intellektueller Bildung“. Auch die Familien hätten heute weit höhere Ansprüche an die Kindergartenarbeit. Nicht wenige kämen mit familiären Problemen und erwarteten Hilfe vom Kindergarten. „Erzieherinnen müssen heute auf viel mehr Ebenen fit sein“, sagt die Fachfrau. Hinzu kommen Themen wie das Qualitätsmanagement, die neue Einschulungsuntersuchung, die Inklusion behinderter Kinder, der Ausbau der Ganztagesbetreuung und Angebote für Kinder unter drei Jahren.

Immer einen Schritt voraus sein

 

Die Fachberaterin versucht, Erzieherinnen und Träger dabei zu unterstützen, diese Veränderungen umzusetzen. „Dazu muss ich immer einen Schritt voraus sein.“ Sie plädiert aber auch dafür, nicht auf jeden Zug aufzuspringen. „Als Kirche setzen wir uns dafür ein, dass die Ausweitung der Kindergartenarbeit mit der nötigen Qualität geschieht, das bedeutet auch ausreichend Personal und eine ansprechende räumliche Ausstattung.“ Es gehe darum, im kirchlichen Kontext die innovative Weiterentwicklung der Kindertageseinrichtungen zu fördern.

Als „Solistin“ ohne Team ist es der Fachberaterin besonders wichtig, sich regelmäßig mit anderen Fachberatungen im Landkreis aber auch in der Evangelischen Landeskirche auszutauschen. „Manchmal ist es wohltuend, im Orchester mit den anderen zu spielen.“

 

Jubiläumsfest am 21. Oktober 2011

Das Jubiläum der Kindergartenfachberatung wird am 21. Oktober mit einem Gottesdienst um 18 Uhr in der Stadtkirche Esslingen gefeiert.  

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