Die Kirche gemeinsam als einladenden Raum gestalten

Evangelische Landeskirche Württemberg

Der Weg zum Gemeindepfarrer war Clemens Grauer nicht vorbestimmt. Nach dem Abitur in Reutlingen hätte er sich durchaus auch Musik oder Psychologie als Studienfächer vorstellen können. Doch die theologischen Fragen interessierten ihn stärker und während des Studiums wuchs die feste Überzeugung, dass nicht nur die Theologie, sondern das Pfarramt das Richtige für ihn ist: „Ich kann den Menschen die beste Botschaft der Welt bringen und ich erlebe die ganze Bandbreite dessen, was menschliches Leben ausmacht – von der Taufe bis zum Sterbebett, fröhliche und verzweifelte Menschen. Es ist eine schöne Aufgabe, in all diesen Situationen von Gottes grenzenloser Liebe zu erzählen.“

Seine Studienzeit verbrachte Grauer in Tübingen, Jena und im nordenglischen Durham. Dort schnupperte er anglikanische Kirchenluft. „Es war faszinierend zu sehen, wie viel Verschiedenes unter einem Dach möglich ist“, sagt er über diese Zeit. Auch ein Praktikum in der Industrie eröffnete ihm nach dem Studium andere Einblicke. Zudem hat der Theologe eine Zusatzausbildung in Seelsorge absolviert. Das wirkliche Rüstzeug für das Pfarramt, davon ist Clemens Grauer überzeugt, gewinne man aber erst in der Praxis, im Umgang mit den Menschen.

Menschen miteinander ins Gespräch bringen

 

Mit Menschen im Gespräch zu sein und sie miteinander ins Gespräch zu bringen, das ist dem Pfarrer wichtig. Deshalb freue er sich auf das Team haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter in Deizisau. „Wir können gemeinsam einen Raum gestalten, in dem Menschen die Liebe Gottes erfahren.“

 

In Deizisau werden Grauers Schwerpunkte neben der Geschäftsführung vor allem die Familienarbeit und die religionspädagogische Begleitung in den acht Gruppen der Kindergärten und der Kinderkirche, aber auch Konfirmandenunterricht sein. Das hat ihn besonders an der neuen Stelle gereizt. Zudem wird er an der örtlichen Hauptschule Religion unterrichten. Diese Schwerpunkte kommen Grauer entgegen: „Ich arbeite gerne mit Kindern und Jugendlichen, da gibt es oft sehr offene Diskussionen.“


Diakonische Kirche

 

Seine neue Gemeinde hat mit rund 2000 Christen annähernd doppelt so viele Gemeindemitglieder wie die vorherige. Für sie will er ein möglichst niederschwelliges Angebot schaffen: „Kirche soll ein Ort sein, wo man hingehen kann und das bekommen, was man für sein Leben braucht. Ich wünsche mir, dass das so selbstverständlich wird wie der Gang zum Bäcker.“ Der neue Deizsiauer Pfarrer wünscht sich zudem eine „diakonische Kirche, die wach ist für die Not von Menschen – sei es in direkter Nachbarschaft oder in einem Land auf der armen Südhalbkugel der Erde“.

Vom anstrengenden Pfarrersalltag erholt sich Clemens Grauer, der Klavier und Gitarre spielt, bei der Musik, dem Lesen, Fahrradfahren oder dem Spielen mit seinen vier Kindern– zwei Jungen und zwei Mädchen im Alter zwischen zwei und zehn Jahren. Mit seiner Frau Birte, einer Lehrerin, und den Kindern wird Clemens Grauer in den Sommerferien ins Deizisauer Pfarrhaus einziehen.

 

Investitur am 11. September

 

Am Sonntag, 11. September 2011, wird er um 9.30 Uhr in einem festlichen Investiturgottesdienst in der evangelischen Kirche in Deizisau von Dekan Bernd Weißenborn in sein Amt eingesetzt.

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