„Beispiellose Zuwendung zu den Menschen“

Evangelische Landeskirche Württemberg

„Es ist die Diakonie, die die Gemeinschaft der Glaubenden zur Kirche Jesu Christi macht“, sagte die Tübinger Dekanin Dr.Marie-Luise Kling-de Lazzer beim Festnachmittag zum hundertjährigen Bestehen der Diakoniestation Tübingen am Samstag, 16. Juli im Eberhardsgemeindehaus: „Die Diakonie sieht im Nächsten das Angesicht Christi.“

 

Kritik an einer rein ökonomischen Sicht auf das Gesundheits- und Pflegesystem übte Johannes Kessler vom Diakonischen Werk Württemberg. In seinem Festvortrag sagte er, seit der Einführung der Pflegeversicherung könne rein wirtschaftlich ausgerichtete Pflegedienste geben, die nicht-gewinnbringende Pflegeanträge abgelehnten. Dies könne bei Schwerkranken, Sterbenden oder pflegebedürftigen Kindern der Fall sein. Kranke und Pflegebedürftige könnten zudem oft nicht durchschauen, was ein Pflegedienst ihnen anbiete. „Eine Vertrauensbasis ist nötig“, sagte Kessler und verwies dabei auch auf die Qualitätsprüfung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK), bei der die Diakoniestation Tübingen jüngst mit der Bestnote 1,0 abgeschnitten hatte.

 

„Für menschliche Zuwendung gibt es keine Pflegesätze“, betonte Tübingens Erster Bürgermeister Michael Lucke in seinem Grußwort: „Dafür braucht es die Spenden der Kirche und der Krankenpflegefördervereine.“ Den Mitarbeitenden der Diakoniestation dankte er „für die beispiellose Zuwendung zu den Menschen in unserer Stadt“. Die Vorsitzende des Krankenpflegefördervereins Tübingen, Dr. Renate Nolte, warb um neue Mitglieder, um die diakonische Arbeit weiter unterstützen zu können. Peter Zimmermann, stellvertretender Vorsitzender des Krankenpflegefördervereins Lustnau, sagte: „Solidarität heißt, dass du was zahlst und nichts bekommst – aber seien Sie doch froh, so lange Sie’s noch nicht brauchen!“

 

Die evangelische Gemeindekrankenpflege startete in Tübingen am 1. Januar 1911 mit drei Stuttgarter Diakonissen. Hundert Jahre später betreut die Diakoniestation der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Tübingen mit 20 Krankenschwestern und einem Krankenpfleger sowie 20 Nachbarschaftshelferinnen 173 Patientinnen und Patienten in Tübingen, Lustnau, Pfrondorf, Bebenhausen, Hagelloch und Derendingen.

 

http://www.evangelischer-kirchenbezirk-tuebingen.de

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