„Jedes Leben ist lebenswert“

Evangelische Landeskirche Württemberg

Die Präimplantationsdiagnostik (PID) und damit Recht und Grenzen der Gentechnik beschäftigen derzeit Politiker und Öffentlichkeit. Im Bundestag wird in der kommenden Woche über die PID entschieden. Bernd Weißenborn, Dekan im Evangelischen Kirchenbezirk Esslingen und Vorsitzender des Kreisdiakonieverbands Esslingen, hat sich aus diesem Grund in einem Brief an die örtlichen Bundestagsabgeordneten gewandt. Als „Argumentationshilfe in dieser äußerst schwierigen ethischen Grundsatzfrage“ will er sein Schreiben verstanden wissen.

Der Theologe macht keinen Hehl daraus, dass er für ein Verbot der PID und damit der Untersuchung künstlich befruchteter Eizellen ist. „Jedes Leben ist lebenswert und jede Öffnung würde einen Dammbruch für die Auswahl von Leben bedeuten.“

 

Dennoch macht er auch klar, „dass eine Entscheidung auch aus christlicher Sicht nicht einfach ist“. Die unterschiedlichen Argumentationen zeigten, wie schwer es falle, „ethisch korrekt zu entscheiden ohne sich anzumaßen, Herr über Leben und Tod zu sein“.

 

Schutz der Menschenwürde von Anfang an

 

Viele Argumente für die PID seien aus der Sicht der betroffenen Eltern nachvollziehbar, sagt der Dekan. Dennoch sei theologisch klar, dass vom Zeitpunkt der Befruchtung an menschliches Leben bestehe und damit auch das Recht auf Schutz der Menschenwürde.

Selektionskriterien zu finden, sei schwierig und es bestehe die Gefahr, dass diese Kriterien ausgeweitet würden. Auch wenn die PID nur in begründeten Einzelfällen und in engen Grenzen erlaubt würde, wäre eine Tür geöffnet, diese Grenzen künftig zu erweitern.

 

Vielfältige diakonische Hilfen

 

Weißenborn macht schon jetzt eine gesellschaftliche Entwicklung aus, die scheinbare Schwächen eines Menschen oder schwache Menschen als für Eltern wie die Gesellschaft nicht zu tragende Last einstuft. „Dabei müsste es doch darum gehen, den Sinn für die Liebe unter uns zu stärken und denen, die Lasten zu tragen haben, diese zu tragen helfen“, sagt der Theologe. Evangelische Kirche und Diakonie böten vielfältige Hilfe und Unterstützung für Betroffene und ihre Angehörigen und trügen zur Inklusion behinderter Menschen bei.

Zur Quelle

Schreibe einen Kommentar