Im Schienenbus Technik praktisch erlebt

Evangelische Landeskirche Württemberg

Stammheim. Der fünfjährige Kevin guckt unsicher: Im Mittelpunkt zu stehen, ist er nicht gewöhnt. Doch sein Interesse für die Eisenbahn hat den Kindern der evangelischen Tagestätte im Stammheimer Generationenhaus einen unvergesslichen Ausflug eingebracht. Mit dem “Roten Flitzer” des Fördervereins Schienenbus e.V. geht es vom benachbarten Kornwestheim nach Heilbronn. “Wir gehen in ein Eisenbahnmuseum, und da gibt es richtige Loks, nicht bloß so kleine zum Spielen”, weiß er.

Eigentlich dürfte er als Hauptperson des Tages sogar Schaffner spielen – mit waschechter Mütze – aber das Interesse an seiner Person schüchtert ihn ein. “Kevin hat sich nicht getraut”, sagt einer der kleinen Mitreisenden mit hoffnungsvollem Blick auf die Schaffnermütze: “Ich hätte mich getraut!” Darum geht es aber bei dem Ausflug: “Bei uns werden wie an vielen evangelischen Kindergärten die Entwicklungsfortschritte der Kinder mit dem Programm ‘Bildungs- und Lerngeschichten’ dokumentiert und individuell gefördert”, erzählt Kita-Leiter Gerd Steinemann. Weil Kevin sich sehr für die Eisenbahn interessiert, aber so wenig Selbstvertrauen hat, kommt man auf die Idee mit der Schienenbusfahrt.

Zudem soll der Ausflug den Kindern Technik praktisch erfahrbar machen, wie vom Bildungsplan Baden-Württemberg gefordert. Doch die Forderung gehe allzu oft ohne die nötige finanzielle Unterstützung einher, kritisiert Steinemann. Obwohl der Förderverein Schienenbus den Ausflug der Kita nach Kräften unterstützt, scheitert das Vorhaben fast am Geld: Pro gefahrenem Kilometer muss man drei Euro an die Deutsche Bahn abführen – mit einem Mal stehen Kosten von 500 Euro im Raum. Schließlich springt der Förderverein des Generationenhauses Stammheim mit einer Spende ein, die restlichen Kosten können auf die Fahrgäste umgelegt werden: Erzieher, Kinder, Eltern und Eisenbahnfreunde, insgesamt 51 Ausflügler sind mit von der Partie.

Als der dunkelrote Schienenbus mit den charakteristischen silbernen Streifen aus den 50-er Jahren einfährt, strahlen nicht nur Kinderaugen. Schaffner Arno Langer hat extra für seine Gäste seine historische Uniform angezogen. Er schenkt Kevin eine Spielzeug-Schaffnerkelle – “damit ich hier nicht so alleine stehe” –  und endlich taut auch der Junge auf.  Auf der Rückfahrt sind sich dann alle Beteiligen einig: Der Ausflug wird ihnen unvergesslich bleiben.

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