„Die Gebete haben mich getragen“

Evangelische Landeskirche Württemberg

Nach 36-jährigem Pfarrdienst in der württembergischen evangelischen Landeskirche, davon elf Jahren als Dekan in Herrenberg, ist Klaus Homann am Sonntag, 29. Mai in den Ruhestand verabschiedet worden. Der passionierte Segler zieht zusammen mit seiner Frau Ingrid dorthin, wo sein Boot schon seit Jahren liegt: nach Radolfzell am Bodensee.

 

Ins Dekanatamt eingeführt worden war Klaus Homann im Jahr 2000 noch von der damaligen Ludwigsburger Prälatin Dorothea Margenfeld, verabschiedet wurde er in der Stiftskirche nun vom inzwischen zuständigen Reutlinger Prälaten Professor Dr. Christian Rose: „In der großen Bandbreite von Verkündigung und Seelsorge, von Bildung und Diakonie haben Sie ihren Dienst getan.“ Der Prälat dankte im Auftrag der Landeskirche für Dekan Homanns Dienst und entlastete ihn offiziell von den Aufgaben als Pfarrer und Dekan in Herrenberg: „Die Lebensbedingungen ändern sich nun – wie gut, dass Gottes Treue und Segen bleibt“, sagte Prälat Dr. Rose.

 

„Es waren die Gebete, die mich getragen haben“, bekannte Dekan Homann in seiner Abschiedspredigt am Sonntag Rogate („betet“): Gott wolle zwar kein Wunscherfüllungsautomat sein, deshalb sei das Gebet kein einfacher Problemlöser, aber „ein Weg, Gottes Nähe zu gewinnen“. „Auf nichts können wir pochen, aber wegen allem können wir anklopfen“, führte der Dekan aus: „Der Bittende erfährt dann seine ganze Existenz als Geschenk.“

Ein Empfang im Otto’schen Garten und ein Festnachmittag im Gemeindehaus schlossen sich an den Festgottesdienst an. Nach Grußworten unter anderem von Schuldekan Stefan Hermann, Landrat Roland Bernhard und Oberbürgermeister Thomas Sprißler ergriff der Geehrte abschließend selbst noch einmal das Wort: „Um Christi willen sind wir trotz aller Statistik nicht auf einem absteigenden Ast“, rief er seiner Gemeinde zu: „Ganz im Gegenteil, jeder Segler weiß doch: Hart am Wind geht es am Schnellsten!“ Dem Dank an Kollegen, Mitarbeiter und Familie folgte der Dank an Gott – und zum Schluss der Dank an seine Frau Ingrid: „Sie hat der Kirche ein liebenswertes Gesicht gegeben und meinen Dienst so erst möglich gemacht und mitgetragen.“

 

Klaus Homann ist 1946 im westfälischen Unna geboren und wirkte als Pfarrer ab 1980 am Pädagogisch-theologischen Zentrum der württembergischen evangelischen Landeskirche in Stuttgart-Birkach und ab 1985 als Gemeindepfarrer in Gäufelden-Öschelbronn (Kreis Böblingen). 1991 wurde er Schuldekan in Reutlingen und 2000 Dekan in Herrenberg. Er ist zudem Vorsitzender des Vereins und des Verwaltungsrates der Mariaberger Heime in Gammertingen (Kreis Reutlingen).

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