„Christentum ist die am meisten unterdrückte Weltreligion“

Evangelische Landeskirche Württemberg

Das Christentum sei die weltweit am meisten unterdrückte Weltreligion, sagte Volker Kauder am Freitag, 27. Mai in Sulz. Der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU im deutschen Bundestag sprach zur Eröffnung des Landesmissionsfestes der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. „Für uns Christen ist es eine Verpflichtung, unseren bedrängten Glaubensbrüdern in islamischen Ländern beizustehen“, sagte er vor rund 200 Zuhörern.

 

„Wir fordern nur, dass den Christen, die in islamischen Ländern leben, dieselbe Freiheit gegeben wird, die umgekehrt für Muslime bei uns selbstverständlich ist“, betonte Kauder. In Deutschland könnten Muslime ihren Glauben ungehindert praktizieren und auch Moscheen errichten – im Gegensatz zur Schweiz sogar mit Minaretten. In Ländern mit muslimischer Mehrheit würden Christen dagegen oft bedrängt, manchmal gar ermordet. Der Fraktionsvorsitzende und Abgeordnete des Wahlkreises Tuttlingen/Rottweil berichtete von zwei Reisen nach Ägypten im Januar und im Mai dieses Jahres. Wiederholt seien dort christliche Kirchen von radikalen Muslimen gestürmt und Christen ermordet worden. „Ich habe gegenüber den neuen Machthabern in Ägypten deutlich gemacht, dass wir die Demokratisierungsbewegung unterstützen“, so Kauder, „dass unsere Hilfe aber gekoppelt ist an die glasklare Bedingung der Glaubensfreiheit für die Christen.“ In Ägypten lebten rund 8,5 Millionen überwiegend koptischer Christen, das entspreche einem Bevölkerungsanteil von zehn Prozent. Er sei sich einig mit der Kanzlerin, mit Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel und Außenminister Guido Westerwelle: „Wir können unsere Unterstützung über die kirchlichen Hilfswerke wie Brot für die Welt und Misereor geben.“

 

In überwiegend muslimischen Ländern wie Malaysia oder Indonesien sei es schon wirkungsvoll, ein Treffen mit christlichen Minderheiten in das offizielle Besuchsprogramm aufzunehmen, berichtete Kauder: „Auch Staaten, die’s mit den Menschenrechten nicht so genau nehmen, wollen in den Augen der Weltöffentlichkeit nicht als Unterdrücker der Freiheit dastehen.“ In seiner Fraktion gebe es deshalb eine Liste von Staaten, bei deren Besuch ein Treffen mit unterdrückten christlichen Gruppen grundsätzlich immer zum Besuchsprogramm gehören müsse.

 

Vor dem Vortrag von Volker Kauder hatten der Reutlinger Prälat Professor Dr. Christian Rose als zuständiger Regionalbischof und der Sulzer Dekan Claus-Dieter Stoll das Landesmissionsfest eröffnet. „Mission ist Aufgabe der gesamten Kirche und nicht nur einzelner Personen, Gesellschaften oder Frömmigkeitsrichtungen, die sich dazu besonders berufen fühlen“, sagte der Prälat. Dazu gehöre neben der Verkündigung des Evangeliums aber auch der Einsatz für eine gerechte Gesundheitspolitik oder für „der Stadt Bestes“. Diese Breite des Missionsbegriffes zeige sich auch im Programm des Landesmissionsfestes. Das Landesmissionsfest in Sulz dauert noch bis Sonntag, 29. Mai. Zu den zahlreichen weiteren Veranstaltungen unter anderem mit dem Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner am Samstag um 10.30 Uhr und mit dem württembergischen evangelischen <st1:PersonName w:st="on">Landesbischof Frank Otfried July</st1:PersonName> am Sonntag um 16 Uhr werden mehrere tausend Besucher erwartet.

 

http://www.landesmissionsfest.de

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