Beten für den Fußball-Sieg?!

Evangelische Landeskirche Württemberg

"Es ist ja immer schön, wenn man sich blamieren darf" scherzte Prälatin Gabriele Wulz am 10. Mai auf dem Stuttgarter Marktplatz. Sie war zusammen mit Vertretern aus evangelischer und katholischer Kirche, Fußball und Politik zum Torwandschießen angetreten. Anlass war die Aktion "Frauen am Ball", die im Rahmen der Frauen-Fußball WM in Deutschland für Integration und Vielfalt wirbt. Dabei musste sie auch auf eine Torwand schießen. Blamiert hat sie sich dabei nicht: Sie traf – und jubelte zu Recht. Tülay Schmid, die Ehefrau des künftigen stellvertretenden Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, und die Beauftragte für Chancengleichheit der evangelischen Kirche, Ursula Kress, sowie weitere Prominenz waren vor Ort.
Ursula Kress stellte sich bei dieser Gelegenheit als sehr fußballbegeistert heraus. So hätte sie gerne in ihrer Jugend auch im Schulsport Fußball gespielt, doch zu ihrem Leidwesen gab es dort für die Mädchen nur Bänder, mit denen getanzt wurde. "Deshalb genieße ich es, hier zu sein", so Kress.
Zum Verhältnis zwischen Fußball und Kirche befragt, sagte Gabriele Wulz: "Manchmal muss man beten: Wenn’s schwierig läuft, wie zum Beispiel beim VFB". Dann sei es auch nicht unfair, für einen Sieg zu beten. Was Integration betreffe, so ergebe sich über das Spiel Gemeinschaft. Trotz "tendenzieller Angst vor dem Ball" traute sich die Prälatin an die Torwand – mit Erfolg.
Tülay Schmid zeigte sich begeistert von der Aktion: "Das Engagement der Evangelischen Kirche wunderbar. Was wäre Integration ohne Kirche", fragte sie und zeigte sich hoch motiviert am Ball.

Die geladene Prominenz wollte mit dem Torwandschießen ein Zeichen setzen. Durch Sport würden Barrieren spielerisch überwunden. Dabei gehe es nicht um den Sieg, sondern um das Spiel. Auch gegen die professionellen Fußballerinnen, wie Spielerinnen aus der 2. Liga, schnitt die Prominenz im Vergleich nicht schlecht ab. Beste des Tages war die Gleichstellungsbeauftragte der katholischen Kirche, Susanne Traulsen. Sie erzielte drei Treffer bei sechs Versuchen. Mit dem Torwandschießen sollen Gemeinden und Verbände dazu angehalten werden, sich an der Aktion "Frauen am Ball – Für Integration und Vielfalt" mit eigenen Veranstaltungen, wie Public Viewing und Spielen beteiligen. "Frauen am Ball" ist eine Mitmach-Aktion, die anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen gemeinsam von katholischer und evangelischer Kirche sowie dem württembergischen Fußballverband veranstaltet wird.

Projekte im Rahmen der Aktion  finden unter anderem statt in Remshalden-Grunbach, Schwäbisch Gmünd, Reutlingen, Backnang, Herrenberg, Heidneheim und Aalen. Die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen findet vom 26. Juni bis zum 17. Juli in Deutschland statt.  

Weitere Informationen

zur Aktion "Frauen am Ball"
http://www.frauen-am-ball.com
zur Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011 in Deutschland
http://http://www.fussballwm2011.info/
 

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