Sprachfähigkeit im Glauben als Schlüssel für Integration

Evangelische Landeskirche Württemberg

Bietigheim-Bissingen. Unter dem Motto "Leben in einer multireligiösen Gesellschaft" fand am 8. Mai im 90. Jahr der "Bietigheimer Tag" statt. Mehr als 300 Interessierte besuchten die Jubiläumsveranstaltung, ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zu den Vorjahren. Die traditionelle Gesprächsveranstaltung zwischen Evangelischer Kirche und SPD begann mit einem Gottesdienst in der Stadtkirche von Bietigheim-Bissingen. In den Referaten und der darauf folgenden Podiumsdiskussion wurden Fragen zur Integration und zum interreligiösen Dialog vor allem auf kommunaler Ebene angesprochen.
Oberkirchenrat Dr. Martin Affolderbach betonte die Herausforderung, aber auch den Gewinn, den eine multireligiöse Gesellschaft mit sich bringe: "Das Leben in einer multireligiösen Gesellschaft bringt Anforderungen an eine Sprachfähigkeit im eigenen Glauben mit sich. Das Gespräch mit anderen kann aber auch neue Einsichten bringen, die bereichern", so Affolderbach.
Auch Bundestagsvizepräsident Dr. Wolfgang Thierse sagte: "Es gibt keine Integration ohne Momente von Assimilation. Aber Integration ist nicht identisch mit Assimilation." Des Weiteren führte Thierse aus, wie wichtig der Dialog in einer multireligiösen Gesellschaft sei: "Parallelgesellschaften entstehen nicht dort, wo andere Menschen einen anderen Glauben haben. Sie entstehen dann, wenn sie sich dem Austausch entziehen!"
Der Bietigheimer Tag, der vor 90 Jahren zum ersten Mal stattfand, ist eine gemeinsame Veranstaltung der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde und der SPD. In jedem Jahr werden zwei Referenten eingeladen, die zu einem religiös und politisch aktuellen Thema Stellung beziehen.
 

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