Landesbischof July und Bischof Fürst eröffnen Woche für das Leben

Evangelische Landeskirche Württemberg

Mit einem Gottesdienst in der Tübinger Stiftskirche ist am Sonntag, 8. Mai die „Woche für das Leben“ für die evangelischen Kirchen in Württemberg sowie für die Diözese Rottenburg Stuttgarteröffnet worden. Als elementar tragende Stützen von Gesellschaft und Kirche haben die Bischöfe Gebhard Fürst und Frank Otfried July die ehrenamtlich engagierten Menschen im Land gewürdigt. „Es gibt viele Menschen unter uns, die sich selbstlos für andere einsetzen und dadurch erfahren, dass sie durch das Sich-Verschenken neu zu sich und Gott finden“, so Bischof Dr. Gebhard Fürst von der Diözese Rottenburg-Stuttgart in seiner Predigt. Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg betonte: „Der freiwillige Einsatz von Menschen für Menschen oder für ein Gemeinwesen ist für alle ein Gewinn: Für die Gemeinschaft, für die einzelnen Menschen, die davon profitieren, und für den Menschen, der sich für andere einsetzt.“ „Einsatz mit Gewinn“ ist das Motto der diesjährigen ökumenischen Aktionswoche, die vom 7. bis 14. Mai bundesweit gefeiert wird.

 

Ehrensamtliche seien in Staat, Kirche und Gesellschaft unabhängige Dritte und ein unersetzliches Kapital, sagte Landesbischof July in seiner Einführung. „Vom Ehrenamt können in Kirche und Gesellschaft neue Entwicklungen ausgehen. Sie sind eine Stimme, die jeder Organisation gut tut, ein Indikator für Notwendiges und Fehlendes.“ July warnte davor, Ehrenamt zu gewichten. „Wenn Ehrenämter sich aufrechnen lassen nach ihrer Wichtigkeit und Würde, ist genau das zerbrochen, was dem Ehrenamt seine unerlässliche Unabhängigkeit gibt.“ Durch das Ehrenamt veränderte sich auch die Rolle der Hauptamtlichen. „Sie werden mehr koordinieren, unterstützen, begleiten und beraten und sie sorgen dafür, dass Ehrenamtliche fortgebildet werden.“ Bischof July forderte, dass Kirche und Gesellschaft das Ehrenamt mehr honorieren. „Eine Freistellung von der Praxisgebühr ist denkbar, verbilligte Fahrscheine, verbilligter Eintritt öffentlicher Veranstaltungen“, so einige Vorschläge. Für Landesbischof July ist Ehrenamt  Segen und Anspruch für Kirche und Gesellschaft. 

 

In seiner Predigt dankte Bischof Fürst den Ehrenamtlichen in Kirche und Gesellschaft. „Mit Ehrenamt lebt Kirche wirklich – so lautet die diesjährige Losung der württembergischen Aktion. Das sagt aus, dass Sie als Ehrenamtliche als Kirche wirken, eine Wirkung im konkreten Leben der Menschen, die Sie begleiten.“ Durchs Ehrenamt erführen viele Menschen eine sinnstiftende Tiefendimension, die kirchliches Engagement auszeichne: „Der Dienst am Nächsten in Verkündigung und tätiger Hilfe, und zwar frei und nicht um des Geldes sondern ‚um ‚Gottes Willen’“, so Fürst weiter. Die Bibel mache deutlich, dass die Kirche davon lebt, dass jeder seine Gaben einbringe, die zum Aufbau der Kirche und Gesellschaft wichtig seien. „Mit dieser Haltung bleibt das Ehrenamt eine dauerhaft wichtige Größe. Ehrenamt – ein sinn-volles und sinn-stiftendes Modell für die Zukunft der Kirche.“ Zugleich betonte Bischof Fürst, wie sehr das Ehrenamt zu einer humanen Kultur der Gesellschaft beitrage, „ohne Ehrenamt wäre es sozial kälter in unserer Welt.“

 

Der Eröffnungsgottesdienst fand in der Stiftskirche St. Georg in Tübingen statt. Beteiligt waren neben den beiden Bischöfen Superintendent Johannes Knöller von der evangelisch-methodistischen Kirche, Ehrenamtliche aus Tübingen und Umgebung sowie der Kinderchor der Hochschule für Kirchenmusik und Innenstadt Tübingen.

 

Peter Ruf, Diakonisches Werk Württemberg

Zur Quelle

Schreibe einen Kommentar