„Es wächst zusammen, was zusammen gehört“

Evangelische Landeskirche Württemberg

Eine „Liebesheirat“ sei der geplante Zusammenschluss der beiden bisher selbstständigen evangelischen Kirchengemeinden Walddorf und Häslach. Dies erklärte die Häslacher Kirchengemeinderätin Susanne Heim bei einer öffentlichen Gemeindeversammlung am Donnerstag, 14. April in der Gemeindehalle Walddorfhäslach.

 

Der Häslacher Kirchengemeinderat Gerhard Gruhler nannte die Vorteile eines Zusammenschlusses: Seit Jahren gebe es schon eine intensive und gute Zusammenarbeit in der Konfirmandenarbeit, der Öffentlichkeitsarbeit und beim Männervesper, auch teile man sich ein gemeinsames Gemeindebüro. Durch den Zusammenschluss könne man weitere Synergieeffekte erzielen: Während man bisher drei Haushaltspläne benötige – einen für Walddorf, einen für Häslach und einen für die gemeinsamen Aufgaben der Gesamtkirchengemeinde Walddorf-Häslach – genüge künftig ein Haushaltsplan.

 

An die Stelle der zwei Kirchengemeinderäte mit jeweils sieben gewählten Mitgliedern trete künftig ein gemeinsames Gremium mit zwölf Räten, erklärten die Kirchengemeinderäte Elisabeth Krohmer und Michael Petermann. Das neue Gremium sei dann im Verhältnis sieben (für Walddorf) zu fünf (für Häslach) in einer so genannten unechten Teilortswahl zu wählen. Um auch in einem größeren Kirchengemeinderat effizient handeln zu können, sollten drei beschließende Ausschüsse gebildet werden für die Bereiche Verwaltung, Kindergärten und Bauwesen.

 

Die rund hundert Besucherinnen und Besucher hatten Gelegenheit, sich an mit Sonnenschirmen geschmückten Tischen über die einzelnen Bereiche der künftigen Gemeindearbeit zu informieren – das Spektrum reichte von der Jugendarbeit über die Erwachsenenbildung und die Gottesdienste bis zu Gemeindefesten. Auf Zetteln konnten sie offene Fragen, Lob oder Kritik äußern. Eine kritische Rückmeldung bezog sich auf die „Trennlinie zwischen CVJM und Kirchengemeinde“: Die Jugendarbeit in Walddorf übernimmt der CVJM, in Häslach ist die Kirchengemeinde zuständig. Eine neue Namensgebung für die Gebäude schlug ein anderer vor: Die Ortsnamen „Evangelische Kirche Walddorf“ oder „Evangelisches Gemeindehaus Häslach“ trennten eher, künftig könne man doch beispielsweise von einer „Christuskirche“ oder einem „Bonhoeffer-Gemeindehaus“ sprechen. „Die Arbeitserleichterung ermöglicht mehr Zeit für das Wesentliche“, stand auf einem weiteren Zettel. Ein anderer lobte: „Es wächst zusammen, was zusammen gehört.“

 

„Ich freue mich, dass ich heute Abend miterleben konnte, wie positiv die Resonanz auf die Vorschläge ist“, bekannte Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer, zu deren Tübinger Kirchenbezirk die beiden Gemeinden gehören: „Sie beschreiten aus eigenem Antrieb einen Weg mit der Vision, dass die Kirche ihre Aufgaben noch besser erfüllen kann als bisher.“ Wenn der Zusammenschluss von den beiden Kirchengemeinderäten beschlossen und vom Evangelischen Oberkirchenrat in Stuttgart genehmigt wird, könnte die „Liebesheirat“ am Sonntag, 15. Januar 2012 mit einem Festgottesdienst gefeiert werden.

 

Zur evangelischen Kirchengemeinde Walddorf gehören rund 1.900 evangelische Christen und eine volle Pfarrstelle, die seit 2004 Pfarrer Hartmut Dinkel inne hat. Die evangelische Kirchengemeinde Häslach hat rund 900 Gemeindeglieder und eine halbe Pfarrstelle, die seit 2010 mit Pfarrerin Dr. Eike Baumann besetzt ist. Die bürgerliche Gemeinde Walddorfhäslach war bereits 1972 durch einen Zusammenschluss der beiden Orte Walddorf und Häslach entstanden und 1973 im Zuge der Kreisreform vom Kreis Tübingen zum Kreis Reutlingen gewechselt.

 

http://www.evangelischer-kirchenbezirk-tuebingen.de

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