Als Quereinsteiger zum Pfarrberuf

Evangelische Landeskirche Württemberg

Dann liegen zweieinhalb spannende, aber auch arbeitsreiche Jahre hinter ihm. Der 45-Jährige hat sich über den zweiten Bildungsweg zum Pfarrer ausbilden lassen. 

Alle zwei Jahre ermöglicht die Evangelische Landeskirche in Württemberg sechs Diakonen den Quereinstieg ohne Theologiestudium über die berufsbegleitende Ausbildung im sogenannten „Pfarramtlichen Hilfsdienst“.

Dietmar Schuster ist froh, dass er damals den Sprung ins kalte Wasser und mit 42 Jahren noch einmal den Neuanfang gewagt hat. Ein Viertel seiner Ausbildung umfasste unter anderem Theorie in Seelsorge und Kirchenrecht, Kirchenmusik, Kirchengeschichte, Gottesdienstgestaltung, Religionspädagogik und Biblischer Theologie, die in Kursen am landeskirchlichen Pfarrseminar in Stuttgart-Birkach vermittelt wurde.

 

Gute und fundierte Ausbildung

 

Nun ist der Prüfungsstress vorbei und Dietmar Schuster sagt rückwirkend: „Es war eine gute und fundierte Ausbildung.“ Neben dem theoretischen Unterricht hat er als Gemeindepfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Denkendorf gearbeitet und Vertretungsdienste im Evangelischen Kirchenbezirk Esslingen übernommen.

Sowohl im Team der Kollegen, als auch in den Kirchengemeinden sei er sofort als vollwertiger Pfarrer behandelt worden, freut sich Schuster. Auch seine Frau Dorothea und die Kinder Daniel (12) und Maren (10) seien gut in der Gemeinde aufgenommen worden und inzwischen fest eingebunden. Dorothea Schuster singt nicht nur in zwei Chören der Kirchengemeinde, sondern begleitet als Organistin auch Gottesdienste.

 

Berufliche Erfahrungen helfen in der Gemeidnearbeit

In Denkendorf hatte Dietmar Schuster von Anfang an einen eigenen Seelsorgebezirk an der evangelischen Auferstehungskirche, gab Religionsunterricht, arbeitete in der Kinderkirche mit und gestaltete Gottesdienste, Beerdigungen, Taufen, Konfirmationen und Trauungen. Der gebürtige Süßener konnte vor allem in der Gemeindearbeit viel von seinen früheren beruflichen Erfahrungen – eine Lehre als Werkzeugmacher und die jahrelange Arbeit als Jugendreferent bei CVJM und Jugendwerk – einbringen, sagt er: „Ich kenne den Umgang mit Menschen ganz unterschiedlicher Prägung und habe auch beim Schreiben meiner Predigten versucht, mich so auszudrücken, dass die Menschen erreicht werden.“  

"Man bleibt ein Lernender"

 

In den zweieinhalb Jahren hat Dietmar Schuster viel Respekt vor der Vielfalt der Gemeindearbeit bekommen. „Doch die Unterschiedlichkeit ist auch sehr spannend“, erklärt er. Eine Herausforderung sei es, sich immer wieder auf andere Menschen und neue Situationen einzustellen. „Man bleibt ein Lernender und muss einen gesunden Pragmatismus haben“, ist er überzeugt. Schwierig sei vor allem gewesen, dass er in den Vertretungsdiensten, die ihn – manchmal nur für Tage, manchmal auch für Monate – nach Esslingen-Zell, Köngen, Hohengehren, Baltmannsweiler und Reichenbach führten, nur schwer Beziehungen in diesen Gemeinden habe aufbauen können.

 

Und Beziehungen, das Miteinander zu fördern und zu gestalten, ist Dietmar Schuster ein wichtiges Anliegen in seinem Beruf. Das hat er im Gottesdienst ebenso im Blick wie wenn er in Gruppen oder Kreise geht, Konfirmanden oder Schüler unterrichtet, Kinder tauft, Menschen beerdigt oder Paare traut. Gerade bei Taufen und Trauungen allerdings breche die Verbindung oft schnell wieder ab, bedauert der Pfarrer.

 

Ländliche Gemeinde als Wunschstelle

Noch zwei Jahre kann Dietmar Schuster in Denkendorf bleiben, allerdings mit geteiltem Dienstauftrag, was bedeutet, dass er die Hälfte seiner Arbeitszeit in anderen Gemeinden eingesetzt wird. Seine Wunschstelle wäre eine ländliche Gemeinde „mit allem, was zur Gemeindearbeit gehört, und vielleicht einem Schwerpunkt in der Jugendarbeit.“

Die Ausbildung hat Dietmar Schuster in seinem damaligen Entschluss, nochmals neu anzufangen, bestärkt. Heute sagt er: „Ich bin angekommen und habe im großen Ganzen meine Spur gefunden.“

 

Ordination am 1. Mai 2011

 

Der Ordinationsgottesdienst für Dietmar Schuster mit Dekan Bernd Weißenborn  findet am 1. Mai 2011, um 10.30 Uhr in der Denkendorfer Auferstehungskirche statt. Im Anschluss gibt es einen Stehempfang im Gemeindezentrum Auferstehungskirche.

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