Wahlnachlese

Koch meint…

Zunächst einmal die Quellenangabe: ARD / Infratest dimap Wahltagsbefragung. Und dann, während Grün-Rot schon mitten in den Koalitionsverhandlungen steckt, ein letzter kurzer Rückblick auf den 27. März. Weil das ja durchaus von Interesse sein könnte, wie Christen und solche, die keiner Kirche angehören, bei den baden-württembergischen Landtagswahlen abgestimmt haben.

Fangen wir die Nachlese mit der nach wie vor stärksten Partei an, der CDU! Knapp die Hälfte aller katholischen Wähler hat hier ihr Kreuz gemacht. Gut ein Drittel der protestantischen Stimmen sind ebenfalls an sie gegangen. Angehörige anderer Konfessionen sowie Konfessionslose haben zu etwas über 20 Prozent CDU gewählt.

Die Grünen: Sie stellen im neuen Landtag die zweitgrößte Fraktion, und das auch und vor allem deshalb, weil sie unter den Konfessionslosen die klar stärkste Partei sind. Hinter deren 34 Prozent bleiben die Evangelischen mit 23 und die Katholiken mit 21 Prozent deutlich zurück.

Bei der SPD dagegen, nach dem 27. März nur mehr auf Rang 3, haben die Protestanten die Nase vorn, wenn auch bloß knapp: 26 Prozent der evangelischen Wähler waren für Rot, gefolgt von 25 Prozent der Konfessionslosen und exakt einem Fünftel der Katholiken.

Zahlen, Daten und Fakten, die man wie folgt noch ergänzen kann: Im Vergleich zur Landtagswahl 2006 hat die CDU 10 Prozent kirchlich gebundene Wähler verloren, die SPD 4. Umgekehrt haben 12 Prozent mehr evangelische und 11 Prozent mehr katholische, aber eben auch 15 Prozent mehr konfessionslose Baden-Württemberger die Grünen zur Partei ihrer Wahl gemacht.

Fassen wir zusammen: Nach wie vor ist die CDU vor allem für Christen katholischer Konfession interessant! Leicht evangelisch, was ihre Wähler anbelangt, ist dagegen die SPD. Und wer nichts am Hut hat mit Kirche, fühlt sich mehrheitlich bei Grün gut aufgehoben. Aber Vorsicht: Für Christen nicht wählbar sind die Grünen deshalb noch lange nicht! Im Gegenteil: Dass sie in der nächsten Landesregierung wohl den Ministerpräsidenten stellen – selber ist Winfried Kretschmann Mitglied im Zentralrat der Katholiken Deutschlands –, verdanken die Grünen auch dem besagten deutlichen Zugewinn an Wählern beider großen Konfessionen.

Und was gibt es dazu nun zu meinen? Von Kochs Seite dreierlei. Zum einen: Das Votum von Christen fällt bei Wahlen ins Gewicht. Zum andern: Alle großen Parteien sind für Christen offensichtlich wählbar. Schließlich: Weil das so ist, dürften die Kirchen mit dem, was ihnen wichtig ist, in den nächsten fünf Jahren bei CDU, Grünen und SPD – und natürlich auch nicht bei der FDP – auf völlig taube Ohren stoßen. Um gehört zu werden, müssen Christen freilich auch nach der Wahl ihre Stimme erheben, und das bei Bedarf sogar deutlich und laut.

Das meint Koch. Und was meinen Sie?


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