„Kinder haben ein Recht auf Bildung und auf Religion“

Evangelische Landeskirche Württemberg

Bildung brauche Religion und Religion brauche Bildung, betonte Schuldekan Hans-Joachim Heese in seinem Bericht vor der Synode des Evangelischen Kirchenbezirks Tübingen am Montag, 4. April im evangelischen Gemeindehaus Lustnau. Die 126 Delegierten aus allen Bezirksgemeinden ließen sich außerdem von der Tübinger Theologieprofessorin Dr. Birgit Weyel informieren über ein Forschungsprojekt zum Umgang mit Depressionen. Schließlich wählten sie neun Personen in einen Sonderausschuss, der nötigenfalls Vorschläge zur Einsparung von Pfarrstellen entwickeln soll.

 

Bei der Bildung gehe es in der evangelischen Kirche „nicht um irgendwelche Steckenpferde, auf die man auch verzichten könnte“, sagte Schuldekan Heese. Bildungsverantwortung gehöre vielmehr zur Landeskirche, zum Kirchenbezirk, aber auch zu jeder einzelnen Gemeinde: „Kinder und Jugendliche haben nicht nur ein Recht auf Bildung, sondern auch ein Recht auf Religion“, betonte der Schuldekan. Erfreut zeigte er sich darüber, dass der evangelische Religionsunterricht über 90 Prozent der evangelischen Kinder und Jugendlichen eines Jahrgangs erreiche. Diese stellten innerhalb der Religionsklassen im Kirchenbezirk Tübingen dann allerdings nur einen Anteil von 80 Prozent, weil zusätzlich auch zwei Prozent katholische und 18 Prozent konfessionslose Schüler teilnähmen. Die von ihm aufgebaute evangelische Schulseelsorge sei gegenwärtig an 20 Schulen im Landkreis präsent, sie sei mit anderen Beratungsstellen gut vernetzt und werde häufig nachgefragt, berichtete Heese.

 

Über ein Forschungsprojekt zum Umgang mit depressiven Menschen in Kirchengemeinden informierten Professorin Dr. Birgit Weyel und ihre Doktorandin Stefanie Koch. „Kirchengemeinden haben eine große Bedeutung für die psychische Gesundheit“, zeigte sich Professorin Dr. Weyel überzeugt, „denn sie können Menschen stabilisieren durch vertrauensvolle Beziehungen und ein lebendiges Netzwerk.“ In einer ersten Untersuchung Tübinger evangelischer Kirchengemeinden hat Stefanie Koch bereits herausgefunden: „Soziale Zuwendung ist in vielfältiger Weise vorhanden.“ Psychische Gesundheit sei deshalb nicht nur ein medizinisches, sondern auch ein theologisches Thema. Dem wolle sie nun wissenschaftlich nachgehen und dazu auch Pfarrer und Gemeindeglieder befragen.

 

"Über den Pfarrplan steuert die Landeskirche die Verteilung der Gemeindepfarrstellen auf die 52 Kirchenbezirke", erklärte Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer: In der Regel würden vom Oberkirchenrat alle sechs Jahre neue Zielzahlen für jeden Kirchenbezirk vorgegeben. Vor Ort könne man dann selbst festlegen, wo nötigenfalls Pfarrstellen eingespart werden sollten. Bis zum Jahr 2018 sei die nächste Etappe umzusetzen, sagte die Dekanin. Die entsprechenden Zielzahlen würden aber erst im Sommer 2011 übermittelt. Sie rechne momentan nicht mit gravierenden Einschnitten. Dennoch wolle man einen Sonderausschuss einsetzen, der als beratendes Gremium dem Kirchenbezirksausschuss zuarbeiten und gegebenenfalls Spar-Vorschläge vorlegen solle. In den Pfarrplan-Sonderausschuss wurden gewählt: Pfarrerin Christine Eppler, Kusterdingen-Wankheim, Pfarrer Jürgen Huber, Rottenburg, Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer, Tübingen, Pfarrer Stefan Lämmer, Öschingen, Peter Klett, Kirchengemeinderatsvorsitzender, Dußlingen, Christine Lichtenberger-Maier, Kirchengemeinderatsvorsitzende, Pfrondorf, Dr. Ralf Peters, Kirchengemeinderat, Ammerbuch-Pfäffingen, Renate Haug, Leitende Gemeindediakonin sowie Pfarrer Gerd Ziegler, Referent bei der Dekanin.

 

http://www.evangelischer-kirchenbezirk-tuebingen.de

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