"Das hat mich beeindruckt"

Evangelische Landeskirche Württemberg

Geballte Fachkompetenz war am 25. März versammelt, um der Kirchenkreissynode zu verdeutlichen, warum evangelische Jugendarbeit wichtig ist. Doch den stärksten Eindruck hinterließ womöglich der Zivi…

Konzentrierte Stille herrschte im Saal, als der 20-jährige Alexander Pietzsch seine Wahrnehmungen der unterschiedlichen Angebote der Jugendarbeit auf den Punkt brachte: „Dass das alles Kirche ist, das war für mich komplett neu. Dabei bin ich schon seit acht Jahren in der Gemeindejugend aktiv. Ich bin total überrascht, wie vielseitig beispielsweise das Angebot der evangelischen Kirche für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche ist. Das hat mich beeindruckt.“
Pietzsch hat für die Evangelische Jugend einen Dokumentarfilm gemacht. Darin berichten junge Menschen in unterschiedlichsten Lebenslagen, was evangelische Jugendarbeit für sie bedeutet. Ein junger Mann erzählt beispielsweise, wie ihn als Waldheimkind der „Waldheimvirus“ gepackt hat. Jetzt ist er einer von 1.400 ehrenamtlichen Mitarbeitern in einem Stuttgarter evangelischen Waldheim, engagiert sich besonders für Waldheimfreizeiten mit Behinderten und Nichtbehinderten. „Wir singen im Jugendchor“, erzählen zwei zwölfjährige Mädchen aus Heslach und wünschen sich, „dass die Kirche viel für Kinder macht und nicht nur für Erwachsene.“ Ein 17-jähriger Junge mit Drogenproblemen berichtet, dass die Angebote der Mobilen Jugendarbeit ihn davor bewahren, „auf der Straße rumzuhängen und Mist zu machen.“ Eine 32-jährige Sängerin erlebt die Jugendkirche als innovatives Kirchenangebot. Wenn elektronische Musik statt im Club im Kirchenraum gespielt wird, sei das „was Unerwartetes, man hat ja Klischees im Kopf.“ Der Film kann ab dem 29. März 2011 unter http://www.ejus-online.de angeschaut werden.

Jugendpfarrerin Petra Dais: Bessere Vernetzung ist nötig

Die Stuttgarter Jugendpfarrerin Petra Dais forderte die Synodalen auf, die Breite und Offenheit der Angebote auch in Zukunft zu sichern. Die Evangelische Kirche erreiche „einen großen Querschnitt der jungen Menschen, in den Gemeinden, aber auch darüber hinaus.“ Allerdings stünden die Arbeitsbereiche zu oft unverbunden nebeneinander. „In Zukunft muss es uns gelingen, die Übergänge zu erleichtern. Vom Kindergarten in die Musikgruppe, von der Schulsozialarbeit zu den Freizeiten der Evangelischen Jugend.“ Dazu sei eine bessere Vernetzung innerhalb der Kirche dringend nötig, so die Jugendpfarrerin.

Ein besonderes Augenmerk der Protestanten liegt traditionell auf benachteiligten Menschen. „Die Mobile Jugendarbeit, Wohngruppen oder Schulsozialarbeit bieten professionelle Hilfe in schwierigen Lebendlagen“ so Dais. Ebenso wichtig sei es aber, Orte der Begegnung und des gegenseitigen Wahrnehmens verschiedener Milieus zu schaffen. Diese Funktion übernehmen beispielsweise Waldheime oder die Konfirmandenarbeit. „Schließlich sind Solidarität und Gerechtigkeit Kern der biblischen Botschaft. Diese Werte machen Kirche bei jungen Menschen attraktiv“, ist die Theologin überzeugt.

 

Zum Download von Petra Dais‘ Text http://"Merkposten für eine kinder- und jugendsensible Kirche in Stuttgart" (PDF, 15 KB).http://
 

Auf der Kirchenkreissynode wurde auch das Konzept "Diakoniestation 2020" vorgestellt, mit dessen Hilfe die Diakoniestation Evangelischer Kirchenkreis Stuttgart und die Diakoniestation Stuttgart fit für die Zukunft gemacht werden sollen. http://Zum Bericht auf ev-ki-stu.de.

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