Ökostrom auf dem Vormarsch

Evangelische Landeskirche Württemberg

Das Evangelische Medienpfarramt Stuttgart hat recherchiert, wie es mit dem Ökobewusstsein der evangelischen Kirchengemeinden und Einrichtungen in Stuttgart bestellt ist. Um es vorweg zu sagen: Das Ergebnis ist erfreulich! Der württembergische Landesbischof Frank Otfried July ist einer Pressemitteilung vom 14. März zufolge dafür, „das Ende der Atomenergie ins Auge zu fassen“. Er sprach sich für den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien und einen bewussteren Umgang mit Energie aus. Das Evangelische Medienpfarramt Stuttgart hat recherchiert, wie es mit dem Ökobewusstsein der evangelischen Kirchengemeinden und Einrichtungen tatsächlich aussieht. Um es vorweg zu sagen: Das Ergebnis ist erfreulich!

Die vier großen Kirchen im Land (die Evangelische Landeskirche in Baden, Evangelische Landeskirche in Württemberg sowie die römisch-katholischen Diözesen Rottenburg-Stuttgart und Freiburg) haben gemeinsam eine eigene Energieversorgungs-Agentur gegründet, die „Gesellschaft zur Energieversorgung der kirchlichen und sozialen Einrichtungen mbH“, kurz KSE, mit Sitz in Überlingen.

Mit der KSE wollen die beteiligten Kirchen einerseits Geld sparen – Geld, das den eigentlichen kirchlichen Aufgaben wie Gottesdienst, Musik, Seelsorge, Diakonie, Bildung zugute kommt. Die KSE versteht sich darüber hinaus aber auch als eine kirchliche Solidargemeinschaft, die helfen soll, den Gedanken der ökologischen Nachhaltigkeit zu verwirklichen. „Die KSE baut auf eine klimaneutrale Stromversorgung“, verkündet die Agentur auf ihrer Homepage (www.kse-energie.de). Und weiter: „Aus Verantwortung gegenüber der Schöpfung liefert sie zunächst ausschließlich Strom aus Wasserkraft und verzichtet auf Atomstrom. In Zukunft sollen weitere regenerative Energiequellen dazukommen.“ Die KSE arbeitet mit dem renommierten Freiburger Öko-Institut zusammen. Auch der landeskirchliche Umweltbeauftragte, Dr. Hans-Hermann Böhm, schätzt die KSE als ökologisch vorbildlich ein.

Viele große evangelische Einrichtungen in Stuttgart und Region Stuttgart beziehen dort ihren Strom. Alle Einrichtungen der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart und des Evangelischen Kirchenkreises Stuttgart beziehen über KSE Ökostrom, berichtet Sonja Schürle, die in der Verwaltung der Evangelischen Kirche in Stuttgart für Finanzen und Immobilien zuständig ist. Also werden beispielsweise alle Kindergärten der Gesamtkirchengemeinde, der Hospitalhof, das Chorheim der Hymnus-Chorknaben und das Hospiz Stuttgart in der Stafflenbergstraße mit Ökostrom versorgt.

Den 72 evangelischen Kirchengemeinden in Stuttgart mit ihren Kirchen, Gemeinde- und Pfarrhäusern und weiteren Kindergärten wurde empfohlen, ebenfalls KSE-Strom zu beziehen. Dieser Empfehlung sind fast alle Gemeinden gefolgt, sagt Ute Kauffmann von der Kirchlichen Verwaltungsstelle Stuttgart.

Auch die landeskirchlichen Einrichtungen in Stuttgart und Region beziehen – oder produzieren – Ökostrom. Die beiden größten Einrichtungen der Landeskirche in Stuttgart, nämlich der Oberkirchenrat mit seinen Verwaltungsgebäuden in Stuttgart-Ost und das Bildungszentrum Haus Birkach, beziehen nach Auskunft des Oberkirchenrates KSE-Strom. Die Evangelische Akademie in Bad Boll stellt in einem eigenen, ökologischen Blockheizkraftwerk und mit einer Fotovoltaik-Anlage Strom her.

Übrigens gibt es ein kirchliches Öko-Siegel für nachhaltiges Wirtschaften von Gemeinden und Einrichtungen, das nach EU-Kriterien anerkannt ist: den „Grünen Gockel“. Acht Kirchengemeinden in Stuttgart und die drei genannten landeskirchlichen Einrichtungen führen dieses Umwelt-Siegel.

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