S-Heslach: Matthäuskirche entwickelt sich zum Schmuckstück

Evangelische Landeskirche Württemberg
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„Historisierung und Modernisierung, mit diesen Stichworten kann man diese Kirchenrenovierung beschreiben“, sagt Architekt Hannes Schreiner, der die umfangreichen Renovierungsarbeiten an der Heslacher Matthäuskirche leitet. „Es geht darum, der Matthäuskirche wieder ein Gesicht zu geben. Das hatte sie nämlich verloren“, so beschreibt Ulrich Hangleiter, der Vorsitzende des Bauausschusses der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Stuttgart, die Aufgabe. Die Kirche soll wieder zu einem freundlichen und würdigen Ort für Kirchenmusik und Gottesdienst werden. Rund 4,3 Millionen Euro investieren Gesamtkirchengemeinde und Heslacher Kirchengemeinde in das Gotteshaus.

Zur Modernisierung trägt ein Heizungs- und Beleuchtungkonzept auf der Höhe der Zeit bei. Eigens für die Matthäuskirche entworfene Stühle statt der alten Kirchenbänke ermöglichen eine flexible Raumnutzung. Der alte Altar rückt an seinen ursprünglichen Platz im hinteren Bereich des Chores zurück. Ungefähr in der Mitte des Kirchenraumes wird ein neues Ensemble aus Altar, Taufstein und Ambo stehen – ein „neu gestaltetes geistliches Zentrum“ nennt es der Heslacher Gemeindepfarrer Siegfried Schwenzer. Er freut sich auf vielseitige gottesdienstliche Möglichkeiten. So soll der Chorraum ein schöner Raum für besondere Gottesdienste werden.

Bei der Renovierung nach dem Zweiten Weltkrieg war die Matthäuskirche hastig wiederaufgebaut worden. Jetzt hat man das ursprüngliche Raumgefühl wieder hergestellt. Die Kuppel im Zentrum der Kirche wurde geöffnet, ebenso die bislang zugemauerte große Fensterrosette auf der Südseite der Kirche, wo ein neu gestaltetes Glasfenster eingebaut wurde. Eine hübsche Entdeckung machten die Bauherren bei der Untersuchung des Fußbodens. Unter dem Belag kam der gut erhaltene, liebevoll gestaltete originale Terrazzo-Steinboden zum Vorschein.

Spannende Entdeckungen wurden auch 25 Meter weiter oben, in der Kuppel, gemacht. Sie ist mit Ornamenten und Engelsdarstellungen ausgemalt. Die restauratorischen Arbeiten an der Kuppel machen nun allerdings einen Strich durch den Zeitplan. Ursprünglich sollte, nach knapp zwei Jahren Bauzeit, die Kirche an Pfingsten 2011 wieder eröffnet werden. Nun wird es wohl Herbst werden. Denn die Behandlung des Gewölbes stellt die Restauratoren vor eine unerwartet diffizile Aufgabe. Die Farbschicht zerfällt bei der leichtesten Berührung zu Staub. Die Beseitigung von Wasser- und Schmutzflecken kann vermutlich nach derzeitigem Stand des Restauratoren-Handwerks gar nicht geleistet werden. Nun sollen die Bemalungen lediglich mit einem Leim fixiert und gehärtet werden.

 

Die Aufwertung der Matthäuskirche als geistliches Zentrum ist Teil des Immobilienkonzepts der Heslacher Gemeinde. Im Gegenzug wurde unter anderem ein Gemeindehaus veräußert. Knapp 200.000 Euro Spenden hat bislang das Fundraisingteam der Gemeinde eingeworben.

Bei monatlichen Baustellenführungen können Interessierte sich ein Bild davon machen, wie das neue „Gesicht“ der Matthäuskirche sich entwickelt. Die nächste ist am kommenden Donnerstag, 24. März um 17.30 Uhr.

Spendenkonto: Konto: 415 766, BLZ: 600 606 06 bei der Ev. Kreditgenossenschaft. Betreff: "Spende Renovierung Matthäus".


http://www.matthaeus-renoviert.de.

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