Sozialbürgermeisterin besuchte evangelische Kindergärten

Karin Diez vom eingruppigen Kindergarten in der Bietigheimer Straße im Zentrum Zuffenhausens präsentierte der Sozialbürgermeisterin unter anderem die kleine Kinderbücher-Leihbibliothek der Einrichtung. „Wir haben hier 53 Prozent Migrantenkinder, da liegt uns die Sprachförderung sehr am Herzen“, sagte Diez. Im ebenfalls eingruppigen Kindergarten in der Güglinger Straße stellte Kindergartenleiterin Sandra Hörner das Konzept der Bildungs- und Lerngeschichten vor, das in den meisten evangelischen Kindergärten in Stuttgart praktiziert wird. „Jedes Kind mit seiner individuellen Geschichte und mit seiner Familie ist hier wichtig“, erläuterte sie. Entsprechend gibt es zu jedem Kind ein Plakat und einen persönlichen Ordner, der Lernfortschritte dokumentiert.

Dekanin Wiebke Wähling lobte die gute pädagogische Arbeit und das hohe Elternengagement in den evangelischen Kindergärten in Zuffenhausen. Allerdings steht die Kirchengemeinde vor der Herausforderung, mehrere kleine Einrichtungen zu einer größeren, drei- oder viergruppigen zusammenzufassen. Nur so sei ein modernes Konzept, beispielsweise mit einem breiteren Angebot an Betreuungszeiten, leistbar. Vor vergleichbaren Herausforderungen stünden viele kirchliche Kindergärten in Stuttgart. Die Kirchengemeinde stehe zu ihren Kindergärten, auch wenn in diesen immer weniger evangelische Kinder betreut werden. In Zuffenhausen liegt der Anteil an Familien mit Migrationshintergrund über dem Stuttgarter Durchschnitt, Tendenz steigend.

 

„Unsere Arbeit in den Kindertageseinrichtungen ist diakonisches Engagement für einen friedlichen Umgang in der Gesellschaft“, sagte die Dekanin. Fraglich sei aber, ob die kleiner werdende Kirchengemeinde in einigen Jahren noch dieses gewünschte Engagement finanzieren könne. Wähling: „Wir haben Sorge, uns zu übernehmen.“ „Wenn wir eine neue Kita auf der grünen Wiese bauen würden, dann hätten wir viel weniger Probleme“, sagte Martin Schaaf, der Vorsitzende des Bauausschusses der Zuffenhäuser Kirchengemeinde. „Wir wollen aber nah am Wohnquartier im Ortskern bauen. Dort ist das Bauen teurer, die städtischen Fördersätze reichen nicht aus.“

Bürgermeisterin Fezer zeigte sich beeindruckt von der pädagogischen Arbeit. Zu den skizzierten Problemen sagte sie: „Ich kann Ihnen natürlich aus dem Stand keine Versprechungen machen, aber ich nehme diese Informationen mit und bespreche das mit meinen Mitarbeitern. In der Komplexität sind Ihre Probleme für mich neu, das war mir so nicht bewusst.“

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