Beten für Japan

Dies ist gerade für Christen nicht die Zeit, wo man in erster Linie etwas meinen muss. Weil es angesichts der Erdbeben-, Tsunami- und Reaktorkatastrophe in Japan nicht vorrangig ums Recht- oder Unrechthaben, sondern um Menschen geht. Die sich mit einer Katastrophe ungeheuren Ausmaßes konfrontiert sehen. Deren Leben von jetzt auf nachher auf den Kopf gestellt worden ist. Die Hab und Gut, Frauen, Männer und Kinder, Freundinnen und Freunde, Bekannte, Landsleute verloren haben. Denen die Gegenwart bedroht und die Zukunft verdunkelt ist. Und die darum alle Unterstützung brauchen, die einer globalisierten Welt nur möglich ist.

Natürlich wird die Diskussion darüber jetzt neu entflammen, wie beherrschbar die Natur wirklich ist und wie sehr man sich deshalb auf die Technik verlassen und ihr fast bedingungslos vertrauen darf. Wer immer schon gegen Atomkraft gewesen ist, wird sich durch die Ereignisse in Japan in seiner Meinung bestätigt sehen. Andere werden zumindest ins Grübeln kommen und hoffentlich nicht nur mit einem reflexartigen „Bei uns kann so etwas nicht passieren!“ reagieren. Nur dass es darum, wie gesagt, zunächst einmal gar nicht geht.

Um was aber geht es dann? Kirchenrat Dan Peter hat es im Namen der Leitung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zum Ausdruck gebracht: um praktische Hilfeleistung, sobald klar ist, wie diese aussehen kann; um eine innere Verbundenheit mit den betroffenen Menschen; und – und das vor allem – um ein Beten für Japan und darüber hinaus, und zwar in dem Sinne, wie Paul Deitenbeck es sagt: „Das Gebet kann die Lage verändern oder – bei bleibender Lage – meine Schultern stärken zum Durchtragen.“

Möge Gott die Lage in Japan tatsächlich verändern, und zwar zum Guten! Möge er verhindern, dass die Katastrophe noch weiter um sich greift! Und möge er heute nicht unsere, sondern die Schultern derer stärken, denen das Schicksal eine schwere Last auferlegt hat! Das ist es, was wir von Gott im Gebet erbitten können – wir, das heißt jede und jeder Einzelne von uns. Und das ist es auch, was vorrangig Aufgabe von uns Christen ist in einer Situation, wo alle anderen Worte entweder versagen, fehl am Platz oder nutzlos sind.

Ach ja, vor ein paar Stunden hat mich ein Radiohörer angerufen und genau das vorgeschlagen: ein Gebet für Japan, an dem sich möglichst viele beteiligen. Ich gebe seine Bitte hier weiter – seine Bitte, die auch meine Bitte und die unserer Kirchenleitung ist. Als Christen wissen wir: Gott verwirft unser Gebet nicht.

Das meint Koch. Und was meinen Sie?

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