"Durch die Wüste"

"Durch die Wüste" war das Thema der 50. Thomasmesse in der Evangelischen Stadtkirche St. Dionys in Esslingen. Vor genau zehn Jahren wurde diese Gottesdienstform, die von Laien aus allen Esslinger Innenstadtkirchengemeinden vorbereitet wird, zum ersten Mal gefeiert.  

Die Thomasmesse, ein zweistündiger Gottesdienst für Kopf, Herz und alle Sinne, stammt aus Finnland. Namenspate ist der zweifelnde  Thomas aus der Bibel. Ein besonderes Element ist die "Offene Phase", in der der Kirchenraum begangen, der Raum der Stille aufgesucht , Kerzen angezündet und Taizèlieder gesungen werden können.

Roland Kachler, Psychotherapeut, Theologe und Leiter der Psychologischen Beratungsstelle Esslingen, setzte in der 50. Thomasmesse inhaltliche Impulse. Er interpretierte die Wüste als altes Bild für eine typische Burn-out-Situation. Berufliche Überforderungen, persönliche Krisen oder partnerschaftliche Umbrüche führen zu Ausgebranntsein und Erschöpfung.

 

Kachler griff auf die Erfahrung des Propheten Elia zurück, der in einer solchen Situation in die Wüste flieht. Er will dort nur eines, nämlich sterben, um seiner Lebenskrise und seinem Burn-out endgültig zu entfliehen. Doch mitten in der Wüste geschieht etwas Überraschendes. Ein Engel tritt zu ihm, gibt ihm Wasser und Brot und macht ihm Mut, weiter durch die Wüste zu gehen. Elias Weg wird so zu einer Anleitung, die eigene Krise zu durchleben. Dabei können Menschen nicht nur das Schwere überwinden, sondern persönlich reifen. Roland Kachler zeigte die konkreten Schritte, die durch die Wüste aus der Wüste führen.

 

Barbara Hammann stellte zudem die Arbeit der Anlaufstelle für Essstörungen in der Psychologischen Beratungsstelle als diakonisches Projekt vor, dem ein Teil des Gottesdienstopfers zu Gute kam.

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