„Wie viele Brote habt ihr?“

Wenn am 4. März 2011 in 170 Ländern unter dem Motto „Wie viele Brote habt ihr?“ der Weltgebetstag der Frauen (WGT) gefeiert wird, werden auch die Stuttgarterinnen Rosemarie Herter und Renate Baur dabei sein. Seit Wochen bereiten sie mit anderen Frauen in ihren Kirchengemeinden den Gottesdienst und den Abend der Begegnung ehrenamtlich vor.

„Der Gedanke, dass die Gebetswelle am ersten Freitag im März über die ganze Welt zieht, fasziniert mich jedes Jahr neu“, sagt Renate Baur. Wie Rosemarie Herter in der evangelischen Paulusgemeinde im Stuttgarter Westen war auch Renate Baur, Kirchengemeinderätin der Martin-Luther-Kirche in Sillenbuch, zunächst selbst Teilnehmerin am WGT. Seit zehn Jahren gestaltet sie den ökumenischen Gottesdienst mit rund 15 Frauen aus vier Kirchengemeinden. An vier Abenden haben sie sich getroffen, um sich mit der Liturgie, die in diesem Jahr von Frauen aus Chile, stammt, vertraut zu machen. „Das Interesse an anderen Ländern und Menschen ist für das Zusammenleben auf der Welt unverzichtbar“, so Renate Baur. „Ich bin am Blick ‚über den Tellerrand‘ interessiert.“

Rosemarie Herter, Sekretärin im Dekanatspfarramt und seit zehn Jahren im Bezirksarbeitskreis Frauen (BAF) des Evangelischen Kirchenkreises Stuttgart tätig, hat für die Stuttgarter Kirchengemeinden die Vorbereitungen zum WGT organisiert. Bei den beiden Treffen im Januar waren 50 Frauen dabei. Rosemarie Herters Schwerpunkt sind Tänze zur Musik aus Chile, die sie mit den Teilnehmerinnen für den Gottesdienst einstudiert. „Es wird keine Predigt geben. Nur am Anfang wollen wir anschaulich machen, wie die Nahrungsmittel weltweit verteilt sind. Die Texte und Gebete in der Liturgie sprechen für sich und werden von Liedern unterstützt.“

Seit über 60 Jahren wird der Weltgebetstag gefeiert. Die Lebenssituation vor allem von Frauen weltweit steht  2011 im Mittelpunkt. Die Frauen in Chile berichten in der Liturgie, was das chilenische Volk im Lauf seiner Geschichte zutiefst erschüttert hat: von der Unterdrückung während der Pinochet-Diktatur 1973 bis 1989 bis zum schweren Erdbeben vor einem Jahr. Ein großer Teil der Bevölkerung lebt in Armut, Frauen aller Gesellschaftsschichten sind Gewalt ausgesetzt.  Mit den Kollekten aus den WGT-Gottesdiensten werden Frauenprojekte gefördert. In 2010 waren das 90 Projekte in 36 Ländern.

Eine Auswahl an Gottesdiensten zum Weltgebetstag 2011 finden Sie im http://Veranstaltungskalender.