Galater 6,2

Liebe Gemeinde,

Sie alle haben heute ein Blatt bekommen, auf dem eine Zeichnung zu sehen ist.

Ein Mensch trägt einen großen Sack auf seinem Rücken. Er geht leicht gebeugt. Der Sack scheint schwer zu sein. Ganz dürr ist der Mensch. Der Sack ist fast zu groß für ihn. Er trägt schwer an dieser Last.

Manchmal bin ich selbst wie dieser Mensch. Ich gehe durch mein Leben und habe schwer zu tragen. Ich gehe gebeugt. Meine Schritte werden schleppend. Das Gewicht auf meiner Schulter wird immer größer.

Der Sack, den ich dann trage, ist prall gefüllt mit Dingen, die mich belasten. Ich trage sie, ich schleppe mich ab damit. Ich muß es ertragen, daß ich den Sack nicht ablegen kann. Ich muß einstecken. Ich muß aushalten. Am Rande der Belastbarkeit lebe ich. Manchmal ist mir mein Leben unerträglich. Welche Lasten trage ich? Wie sieht meine Last auf meinem Rücken aus?

Manchmal wünsche ich mir, meinen Sorgensack einfach aufzumachen und auszuschütten. Ich schütte meine Sorgen vor mir aus. Ich schütte sie vor einem anderen Menschen aus, der mir zuhört und mich wichtig nimmt. Ich schütte sie Gott aus. Ich werfe meine Sorge auf Gott, denn er sorgt für mich. Er nimmt Anteil an meiner Last und meiner Not.

Liebe Gemeinde, ich möchte Sie nun bitten, diesen Sack für sich persönlich zu füllen mit eigenen Lasten, die Sie zu tragen haben in ihrem Leben. Wir teilen Ihnen kleine Zettel und Stifte aus. Sie dürfen niederschreiben, was Sie gerade besonders bewegt und belastet und was Sie mit uns heute morgen teilen möchten. Anschließend sammeln wir die Zettel wieder ein und heften sie vorne auf das Plakat an der Wand. Dann lesen wir vor und teilen uns mit, was wir

Entlastung: Ich werfe meine Sorgen auf Jesus

Zettel austeilen, Stifte. Großes Plakat: Sorgen aufschreiben

VORLESEN

Sie haben vielleicht ihre eigenen Lasten wiedererkannt in dem, was ein anderer geschrieben hat. Jeder Zettel ist ein Teil meiner eigenen Last. Doch dadurch, daß ich es wage, meinen eigenen Sack ein klein wenig zu öffnen und den anderen Menschen von mir zu erzählen, wird er auch schon ein wenig leichter.

Von Christus wird erzählt, daß er die Menschen kannte. Er teilte ihr Leben. Er teilte mit den Menschen nicht nur ihre Freude, ihr Lachen. Er teilte mit ihnen auch ihren Kummer, ihre Einsamkeit und ihren Schmerz. Er lebte nicht für sich, sondern war bei den Menschen und zeigte ihnen wie nahe Gott ist. Er heilte Leib und Seele von Kranken und zog sich von den Ausgestoßenen nicht zurück. Er gab sich vollkommen hin. Er löste die Menschen, die ihm glaubten, von ihrer Schuld und führte sie so zu Gott. Er befreite sie von der Sorge um ihr Leben und gab ihnen Augen für die Not der anderen, und Kraft, ihnen zu helfen. Er zeigte ihnen die Zukunft: das Reich der Liebe Gottes.

Ich lebe ganz anders. Bei den Menschen, die ich liebe und die mir wichtig sind, fällt es mir leicht, ihre Sorgen mitzutragen. Um die anderen, die ich nicht leiden kann, da mache ich meist einen großen Bogen. Dann sage ich: Mir reichen meine eigenen Probleme, ich brauche nicht noch die der anderen dazu.

Der Apostel Paulus sagt: In der Gemeinde Christi soll es so sein, daß keiner mit seinen Problemen allein gelassen wird. Keine und keiner soll ihr Paket allein tragen müssen. Weil wir uns nach dem ausrichten, was Christus getan hat, sagt Paulus, sollen wir unsere Lasten miteinander teilen. In der Gemeinde Christi sollen andere Maßstäbe herrschen. Weil Christus uns frei gemacht hat, von der Sorge um unser Leben, deshalb können und sollen wir unsere Augen öffnen für die Not der anderen. Amen.

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